FESTTAGE
Badener «Winterzauber» lockte wieder mehr Menschen an – die Fussball-WM war jedoch nicht der Grund dafür

Letztes Jahr war der «Winterzauber» noch ein Verlustgeschäft. Doch ohne Coronarestriktionen konnte der Anlass wieder ein grösseres Publikum anziehen.

Olivier Nüesch
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Der Weihnachtsmarkt «Winterzauber» konnte dieses Jahr ohne Coronarestriktionen durchgeführt werden.

Der Weihnachtsmarkt «Winterzauber» konnte dieses Jahr ohne Coronarestriktionen durchgeführt werden.

Severin Bigler

Zum elften Mal veranstaltete die Spezialitätenbrennerei Humbel aus Stetten den «Winterzauber» auf dem Unteren Bahnhofplatz in Baden. Vom 9. November 2022 bis zum 6. Januar 2023 war es Besuchern möglich, Glühwein zu trinken, ein Fondue zu essen und sich dazu während der Fussball-WM die Spiele im dafür vorgesehenen WM-Zelt anzusehen.

Ein ähnliches Angebot, von den Fussballspielen abgesehen, war auch im letzten Jahr auf dem Bahnhofplatz auffindbar. Doch dazumal war der Badener «Winterzauber» ein Verlustgeschäft. Die Pandemie machte den Organisatoren nämlich das Leben schwer und verringerte den Umsatz deutlich. Das Organisationsteam sah es dennoch als Teilerfolg an, den Anlass nach dem Lockdown-Unterbruch von 2020 überhaupt wieder durchführen zu können.

Der diesjährigen Ausgabe gegenüber zeigt sich die Organisation aber positiver gestimmt: «Wir sind grundsätzlich zufrieden damit, wie die letzten Monate gelaufen sind», meint Lorenz Humbel, der Inhaber der Spezialitätenbrennerei. So sei auch das Interesse an der Fonduehütte durchwegs hoch gewesen, weshalb dieses kulinarische Angebot auch meistens ausgebucht gewesen sei.

Spende an Amnesty statt WM-Boykott

Die WM-Spiele stiessen jedoch nicht immer auf gleich hohes Interesse: «Die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft wurden bei uns von vielen Menschen angesehen, im Allgemeinen war die WM jedoch kein Publikumsmagnet für unseren Anlass.» So sei es jeweils sehr auf die individuellen Partien angekommen, wie viele Besucher sich im WM-Zelt einfanden. Erschwerend sei dabei hinzugekommen, dass der Organisationsprozess für ein solches Public Viewing im Winter wesentlich komplizierter als im Sommer ausfällt, wie Humbel weiter ausführt.

Auch gegenüber dem WM-Veranstalter Katar und der Fifa habe man Vorbehalte gehegt. Wegen dieser Bedenken entschloss man sich dafür, fünf Prozent des Getränke-Umsatzes, der während der Weltmeisterschaft erwirtschaftet wurde, an die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu spenden.

Ohne Zertifikatspflicht ins neue Jahr gerutscht

Um auch den Start ins neue Jahr gebührend zu feiern, wurde im Rahmen des «Winterzaubers» eine Party veranstaltet, mit den «Goldenen Zwanzigern» als Mottovorgabe. «Die Silvesterparty ist sehr gut gelaufen», sagt Humbel dazu. Während man letztes Jahr nämlich noch mit den Schwierigkeiten der Zertifikatspflicht zu kämpfen hatte, sei man dieses Jahr diesbezüglich unbelastet gewesen. «Wir konnten den Bahnhofplatz damit auch an Silvester mit Leben füllen.»