Stadtammannwahl Baden

Geri Müller: «Ich bin keine Gefahr für die Stadt»

Geri Müller, Stadtammannkandidat

Geri Müller, Stadtammannkandidat

Der grüne Nationalrat und Badener Vizeammann rechnet sich gute Chancen für den zweiten Wahlgang am 3. März aus. Die Parteizugehörigkeit des Stadtammanns wird in den Augen von Geri Müller überschätzt.

Herr Müller, wie schätzen Sie Ihre Chancen im 2. Wahlgang für das Amt des Badener Stadtammanns ein?

Geri Müller: Die Chancen erachte ich nach wie vor als sehr gut und intakt. Entscheidend wird am 3. März der Wählerwille sein. Der Einfluss der Parteien auf die Stimmbürger wird überschätzt.

Rechnen Sie also damit, auch Stimmen von bürgerlichen Wählern zu erhalten?

Es ist eine Illusion zu glauben, die Stimmen der CVP-Wähler würden nun einfach auf Roger Huber übergehen. Ich wehre mich ausserdem dagegen, von bürgerlich oder nicht bürgerlich zu reden. Baden hat schon immer Persönlichkeiten gewählt. Eine entscheidende Rolle wird am 3. März die Wahrnehmung der Wähler spielen. Sie müssen die Glaubwürdigkeit der Kandidaten beurteilen, und diesbezüglich glaube ich, gute Chancen zu haben.

Was meinen Sie damit?

Problematisch am Handschlag vom Roten Turm war, dass Kollegen, mit denen ich im Stadtrat zusammenarbeite, mich als Gefahr empfanden und mich unbedingt verhindern wollten. Ich bin keine Gefahr für die Stadt, das wissen die Mitglieder des Stadtrates ganz genau. Es werden mit diesem Handschlag Fantasiebilder geweckt, etwa dass es mit mir als Stadtammann nur noch volkseigene Betriebe gäbe. Dabei gelte ich weitherum als liberal und konstruktiv kritisch. Ich bin aber auch bekannt dafür, dass ich mich für die Rechte der Schwächeren einsetze, und das wird auch weiterhin so bleiben.

Sie haben kürzlich in einem TV-Interview gesagt, einen Unterschied zwischen bürgerlich und rot-grün zu machen, sei ein Artefakt. Können Sie diese These präzisieren?

Hauptsächlich meine ich damit, dass der Handlungsspielraum in einer Stadt wie Baden eingeschränkt ist. Man kann die Vorgaben des Bundes und Kantons ein bisschen mehr oder weniger sozial gestalten, aber die Parteizugehörigkeit des Ammanns wird überschätzt. Baden hat bisher oft Aufgaben selber definiert und selber bezahlt, zum Beispiel die Tagesstrukturen. Da sind wir im Kanton der Zeit voraus, und das soll auch in Zukunft so sein. Zu behaupten, mit einer rot-grünen Regierung würden die Ausgaben in Baden steigen, ist heikel.

Warum?

Baden ist die teuerste Stadt des Kantons, wenn man Statistiken zu Pro-Kopf-Ausgaben betrachtet - obwohl sie derzeit bürgerlich regiert wird. Das ist richtig so, denn Baden investiert in die Zukunft.

Ja oder nein: Wird der neue Stadtammann von Baden Geri Müller heissen?

Ja.

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