Baden

Osterparty mit Gott und Gitarre: Wie Freikirchen die Jugend an Bord holen

Kirchliche Osterparty in Baden

Kirchliche Osterparty in Baden

Ostern ist viel mehr als nur Eier bemalen und Osternester suchen. Doch immer weniger Menschen gehen an diesem Feiertag in die Kirche. Dies will ein Zusammenschluss von Freikirchen ändern.

Jugendliche glauben wieder mehr an Gott, das Zeigen aktuelle Umfragen. Ganz vorne dabei: Die Freikirchen. Diese reagieren besser auf die Bedürfnisse der Jugend, finden Religions-Experten. Wie sie das tun, zeigt sich dieses Osterwochenende im Trafo in Baden.

Was auf den ersten Blick wie ein ganz normales Festival erscheint, ist in Wirklichkeit ein gemeinsamer Grossanlass von mehreren Freikirchen aus der Region Baden und Brugg. An den «Wowgood-Days» treten über das Osterwochenende DJs, Hip-Hop-Formationen und Rockbands aus dem In- und Ausland auf. Dazwischen gibt es immer wieder «Messages über Gott».

«Das Ziel dieser Veranstaltung ist, das Evangelium von Jesus Christus einer breiten Öffentlichkeit weiterzugeben», sagt Stefan Fischer, Präsident der Evangelischen Allianz Baden-Wettingen gegenüber Tele M1. Junge Menschen sollen sehen, wie Kirche auch aussehen könne.

Die Veranstalter erwarten über das Osterwochenende zwischen 2000 und 3000 Besucher. Diese bezahlen keinen Eintritt, können aber Kleider zu Gunsten von Flüchtlingen spenden. Speziell: Unterstützt wird der Anlass unter anderem auch vom Migros Kulturprozent. Dies obwohl laut Förderkriterien keine Benefizanlässe unterstützt werden.

Jugend wird gläubiger

Alle Umfragen zum Thema «Jugend und Religion» der letzten Jahre zeigen, dass die Jugendlichen wieder mehr glauben, wie Jugendforscher Tobias Faix, Professor an der CVJM-Hochschule in Deutschland, gegenüber der «Schweiz am Sonntag» bestätigt. Mit weltweit 45 Millionen Mitglieder ist der christliche Verein junger Menschen (CVJM) der grösste christliche Jugendverband überhaupt.

Allerdings habe der Glaube nicht unbedingt mit Kirche, Bibel oder traditionellem Christentum zu tun, sondern beschreibe eher eine Sehnsucht nach spirituellen Erlebnissen oder Erfahrungen. Welche Glaubensgemeinschaften heutzutage bei den Jungen beliebt sind, sei einfach gesagt: «Diejenigen, die auf die Bedürfnisse von jugendlicher Spiritualität am besten eingehen.»

Freikirchen reagieren besser

Die Religionslandschaft befinde sich in einem Transformationsprozess, sagt auch Oliver Krüger, Religionswissenschafter an der Universität Freiburg. Für ihn ist der Trend eindeutig: «Die Freikirchen reagieren viel besser, vielfältiger und kreativer auf die Bedürfnisse junger Christen. Gerade unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewinnen die Freikirchen zunehmend an Mitgliedern, und die Landeskirchen verlieren.» (cze/nch)

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