Spreitenbach

Saftige Busse: Wer in Zukunft ein Einkaufswägeli «klaut», zahlt 200 Franken

Busse für Einkaufswägeli-"Diebstahl"

Busse für Einkaufswägeli: So berichtet Tele M1.

Aus Bequemlichkeit nehmen viele Kunden im Shoppingcenter Tivoli in Spreitenbach ihre Einkäufe mit dem Einkaufswagen nach Hause und stellen diesen im Dorf ab. Nun greift die Gemeinde durch – es droht eine Busse.

Schwere Einkaufstaschen nach Hause tragen? Diese Frage stellen sich wohl viele Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde Spreitenbach – und haben dafür eine einfache und bequeme Lösung gefunden: Kunden des Shoppingcenters Tivoli nehmen die Einkaufswägeli einfach mit. Und stellen sie dann vor dem Haus im Dorf ab.

Über diesen «Diebstahl» sind jedoch weder die Tivoli-Center-Leitung noch die Gemeinde erfreut. Denn: Dem Einkaufscenter fehlten irgendwann die Wägeli, die in Spreitenbach die Anschaulichkeit des Dorfbilds etwas arg herausforderten.

Für Patrick Stäuble, CEO des Tivolis, war das genug. «Wir stellten zusammen mit der Gemeinde Verbotsschilder auf und engagierten Sicherheitsleute.» Dies mit dem Ziel, die Zahl der entwendeten Wägeli zu reduzieren – doch der Erfolg war mässig. «Die Massnahmen brachten schon eine Verbesserung», meint Stäuble, «trotzdem wurden pro Woche weiterhin etwa 120 Wägeli entwendet.» Diese Einkaufswagen müssten jeweils im Dorf eingesammelt und wieder zurückgebracht werden.

Ein Wägeli für 200 Franken

Der Gemeinde wurde dies zuviel. Denn: Die herumstehenden Einkaufswagen würden nicht ins Dorfbild passen. Valentin Schmid, Gemeindepräsident von Spreitenbach, liess daher das Polizeigesetz der Gemeinde anpassen, da «die bisherigen Massnahmen nicht ausreichend gefruchtet haben».

Konkret bedeutet das nun, dass der «Diebstahl», respektive die Entwendung eines Einkaufswagens, der auf öffentlichem Grund stehen gelassen wird, mit einer Ordnungsbusse von bis zu 200 Franken belegt werden kann. Wenn man den «Täter» auf frischer Tat ertappt.

Die Kunden des Tivolis sind teilter Meinung. Viele verstehen das Durchgreifen der Gemeinde. Doch es gibt auch kritische Stimmen, die darauf verweisen, dass es schwer sei, die vollen Einkaufstüten von Hand nach Hause tragen zu müssen man darauf angewiesen sei, ein Wägeli mit nach Hause nehmen zu können.

Doch muss man dann das Wägeli einfach mitten im Dorf stehen lassen? Da werden sich die Parteien wohl kaum einig.

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Mitnehmen verboten – trotzdem sammelt Bala Palanivel jede Woche hunderte von Wägeli im «Dorf» ein, stets mit einem Lächeln:

Mitnehmen verboten: Trotzdem sammelt Bala Palanivel jede Woche hunderte von Wägeli im «Dorf» ein – stets mit einem Lächeln.

Tele-M1-Beitrag vom Dezember 2016.

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