Baden

Ungeduldiges Warten auf Dok-Film über die Badenfahrt – es ist schwieriger als erwartet

Die Finanzierung des Badenfahrt-Dokfilms gestaltet sich schwierig, doch der Regisseur gibt sich optimistisch.

Eigentlich hätte der Kinodokumentarfilm des Regisseurs Rolf Lang über die Badenfahrt bereits im September in die Kinos kommen sollen. Doch Badenfahrt-Fans warten noch immer sehnsüchtig auf den rund 90-minütigen Film. Der Dokfilm, der bisher erst den Arbeitstitel Badenfahrt trägt, stellt die Vereine und die Freiwilligenarbeit ins Zentrum und soll die Emotionen derjenigen zeigen, die das Fest auf die Beine gestellt haben. «An der Badenfahrt fasziniert mich insbesondere die Motivation der unzähligen Menschen, das Fest zu gestalten und diesen enormen Einsatz zu leisten», sagt der Ennetbadener Filmemacher, der mit seiner Firma Redspace AG in Schlieren stationiert ist.

Film kostet 200 000 Franken

Doch wieso ist der Film bis jetzt nicht auf der Leinwand erschienen? «Leider fehlen uns von den benötigten 45 000 Franken noch immer rund die Hälfte», sagt Rolf Lang. Das habe zur Folge, dass sich die Veröffentlichung weiter verzögere. Mit einem Lachen sagt er: «Das Ziel ist es, dass der Film spätestens vor der nächsten Badenfahrt erscheint», um dann ernst anzufügen: «Nein, 2019 soll der Film definitiv ins Kino kommen.» Dadurch, dass man noch nicht alles Geld beisammen habe, müsse er viele Arbeiten ehrenamtlich und nebst seiner Berufstätigkeit ausführen.

Rolf Lang hadert aber nicht mit der Situation. «Bei der Badenfahrt geht es ja gerade um viel Ehrenamtlichkeit und Herzblut, das widerspiegelt sich nun auch in meiner Arbeit.» Rund 200 000 Franken kostet die Produktion des Dokumentarfilms. Das Badenfahrt-OK und die Stadt Baden haben je 10 000 Franken gesponsert. «Diese Beträge liegen absolut im Rahmen, da wir den Film unabhängig produzieren – uns also niemand Vorgaben machen kann», erklärt Lang.

Gesucht: alte Filmaufnahmen

Der Film soll in der ganzen Schweiz gezeigt werden. Doch interessiert dieser überhaupt über die Region Baden hinaus? Der 37-jährige Filmemacher ist davon überzeugt: «Durch das Crowdfunding sehen wir, dass die Beiträge aus der ganzen Schweiz kommen.» Es gehe beim Film ja nicht nur um die Badenfahrt als solches, sondern um das Thema Freiwilligenarbeit, und was diese zu leisten imstande sei.

«Bei der Badenfahrt konsumiert das Volk nicht einfach, sondern leistet einen wesentlichen Beitrag zu diesem einzigartig vielfältigen Anlass – ein urschweizerischen Thema», ist Rolf Lang überzeugt. Der Film soll deshalb nicht nur im Kino gezeigt werden. «Wir haben die Zusage von Schweizer Fernsehen SRF, dass der Film zu einem späteren Zeitpunkt auch als Dok-Film am TV gezeigt wird.»

Um die Finanzierungslücke noch zu schliessen, kann das Projekt auf der Website www.badenfahrt-film.ch weiter unterstützt werden. Als Gegenleistung für die Spendenbeiträge hat sich die Filmcrew einiges einfallen lassen. Nebst DVDs des Films, Premierentickets, dem eigenen Namen im Vorspann oder einem Filmabend mit dem Regisseur, erhält man für 1500 Franken als Gegenleistung einen Filmkurs bei Regisseur Rolf Lang. Und nicht nur das: Ab einem Betrag von 2500 Franken gibt es im Wettinger Kino Orient – hier hat Lang während des Studiums gearbeitet – eine Art geschlossene Gesellschaft und Rolf Lang persönlich führt den Film vor. Doch die Filmcrew sammelt nicht nur Geld: «Wir suchen alte Filmaufnahmen vergangener Badenfahrten. Die Umzüge sind sehr gut dokumentiert, da brauchen wir nichts. Wir brauchen primär Aufnahmen abseits der Umzüge», sagt Lang. Um Hinweise sei man deshalb sehr dankbar und würde diese gerne entgegennehmen.

Schluss-Feuerwerk und andere Badenfahrt-Höhepunkte

Schluss-Feuerwerk und andere Badenfahrt-Höhepunkte (28. August 2017)

Mit einem bombastischen Spektakel verabschiedete sich das Festival in die 10-jährige Pause. Aber was hat den Besuchern am besten gefallen?

Wer nicht bis zur Veröffentlichung des Films warten will, erhalten Badenfahrt-Fans auf www.badenfahrt-film.ch bereits einen ersten Vorgeschmack. Der zehnminütige Filmteaser wurde eigens für die Website produziert. «Die Szenen werden im späteren Dokumentarfilm anders zu sehen sein. Hier sollen sie einfach einen Eindruck geben, was die Zuschauer erwartet», sagt Regisseur Rolf Lang. Dadurch können die künftigen Zuschauer bereits jetzt ein Feedback geben. «Wir haben schon einige Rückmeldungen erhalten und die Leute wollen definitiv mehr sehen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1