Tunnelbau

2,7 Kilometer in 8 Monaten: So feiern die Mineure den Durchstich am Bözbergtunnel

Nach acht Monaten haben sich die Bauarbeiter des Bözbergtunnels mit dem Bohrer von Schinznach Dorf nach Effingen durchgearbeitet.

Während acht Monaten hat sich der 1920 Tonnen schwere und 90 Meter lange Koloss von Schinznach-Dorf her Stück für Stück durch den Bözberg gearbeitet. Heute ist die Tunnelbohrmaschine mit dem gewaltigen Bohrkopf an der Spitze – der Durchmesser beträgt über 12 Meter – auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht gekommen. Am nördlichen Portal in Effingen haben die Mineure den erfolgreichen Durchstich des Bözberg-Eisenbantunnels gefeiert – leider aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Immerhin dokumentieren die Aufnahmen der Fotoagentur das eindrückliche Ereignis.

Verläuft alles nach Plan, können die ersten Züge ab Ende 2020 fahrplanmässig durch den neuen Bözbergtunnel fahren. Gebaut wird die rund 2,7 Kilometer lange Doppelspur-Röhre, weil der alte Bözbergtunnel nicht 4-Meter-tauglich ist. Denn künftig sollen zusätzliche Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Damit aber zwischen Basel und der italienischen Grenze auch Sattelaufleger mit einer Höhe von 4 Metern transportiert werden können, bauen die SBB im Auftrag des Bundes die Gotthard-Achse aus. Für diesen 4-Meter-Korridor gerechnet wird mit Kosten von rund 710 Mio. Franken. Das grösste Einzelprojekt ist der etwa 350 Mio. Franken teure Bau des neuen Bözbergtunnels. Die Vorarbeiten begannen im Oktober 2015, im März des letzten Jahres die Hauptarbeiten.

Anfang dieses Jahres sind die Einzelteile der Tunnelbohrmaschine zum Südportal bei Schinznach-Dorf gebracht worden. Nach der Montage folgte ab März der maschinelle Vortrieb. Jeden Tag arbeitete sich die Bohrmaschine im 3-Schicht-Betrieb um etwas mehr als 20 Meter vor.
Der alte Bözbergtunnel wird dann bis voraussichtlich 2022 zu einem Dienst- und Rettungsstollen umgebaut.

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