Veltheim
Am 17. Pfalz-Märt gab es eine singende Säge und Birewegge-Füess

Erlebnisreiches Wiedersehen mit Altbekanntem und spannendem Neuem am 17. Pfalz-Märt. Von Jahr zu Jahr erfreut sich der Anlass grösserer Beliebtheit.

Rosmarie Mehlin
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17. Pfalzmärt in Veltheim
12 Bilder
Buurebrot und Zwetschgen frisch vom Hof
Nienke (links) und Dominique hatten Erfolg mit ihren Herz-Waffeln
Eingemachtes, originell und liebevoll verpackt.
Was gibt es besseres als ein chüschtiges Holzofenbrot
Der nächste Winter kommt bestimmt
Lukas Senn hat eine Eule aus Holz in Arbeit
Die ultimativ praktische Küchenschürze präsentiert von Nick (15)
Moschten von Hand kostet einiges an Kraft.
Speziell - Chäs aus der Dorfkäsere Sumiswald
Matthias (14) präsentiert den im Werkunterricht erfundenen und gestalte
Käser Niklaus Käser beim Käsen mit der Käsharfe

17. Pfalzmärt in Veltheim

Rosmarie Mehlin

Samstagmorgen 9.30 Uhr: Was ist denn das, all diese Autos, die da in Reih’ und Glied auf dem riesigen Feld am Rande von Veltheim abgestellt sind? Hat die Amag Schinznach über Nacht expandiert? Mitnichten! Des Rätsels Lösung liegt im Zauberwort «Pfalz-Märt». Es war seine 17. Auflage und es ist augenscheinlich, dass er von Jahr zu Jahr noch beliebter wird.

Schöner kann – muss – er nicht werden, ist er doch unter seinesgleichen der attraktivste weit und breit. Attraktiv besonders durch die Vielfalt der Angebote und ebenso durch die Menschen hinter den Ständen. Davor ist zeitweise kaum ein Durchkommen.

Da liegen «Bäri» und «Luna» ermattet auf dem Asphalt, während Frauchen und Herrchen geduldig warten, bis sie an der Reihe sind: Endlich haben sie eines der heiss begehrten Holzofenbrote und noch grad einen Zopf ergattert.

Tja, für gar so manches, was am Pfalz-Märt feilgeboten wird, muss man früh aus den Federn. Nienke und Dominique, mit ihren elf Jahren wohl die jüngsten Anbieter, verkauften selbst gemachte Nektarinenconfi, Orangen-Muffins. Die Waffeln in Herzform, je drei in einem Säckli, waren der Renner: Knapp zwei Stunden, nachdem der Markt um 9 Uhr eröffnet worden war, hatten sie bereits 18 der 20 mitgebrachten Säckli verkauft.

Nienke (links) und Dominique hatten Erfolg mit ihren Herz-Waffeln.

Nienke (links) und Dominique hatten Erfolg mit ihren Herz-Waffeln.

Rosmarie Mehlin

Originell und praktisch

Auch die Burschen und Mädchen der 4. Sek. AB Veltheim konnten sich nicht über Absatzschwierigkeiten beklagen. Sie waren das Jahr hindurch im Werkunterricht sehr fleissig gewesen. Unter anderem haben sie einen Kaugummi-Spender geschaffen: Ein Holzwürfel, unten mit Schieber, oben mit Loch, in dem kopfüber eine PET-Flasche voll Kaugummi steckt. Wird geschoben, purzelt einer davon in ein Schublädli.

Noch origineller und mega praktisch die Schürzen mit vorgeknöpftem Frottiertüchlein. Nach getaner Arbeit und abgewischten Händen – schwupp – wird das Tüchlein abgeknöpft und die Köchin oder der Koch tischen mit sauberer Schürze das Werk auf. Um 11 Uhr waren sämtliche 60 Schürzen ausverkauft.

Vielfältiges Angebot

Es gab ebenso Chüngel – oder zumindest ihren Pelz –, verwandelt in Eulen, Schildkröten, Enten, Bären zu bestaunen und zu kaufen. Aus Beton gegossene Herzen, Guggelhöpfli, Pilze, mit Sukkulenten bepflanzte Schalen boomen ebenso, wie Taschen aus Filz, Stoff, Blachen, Kaffee- und anderen Aluverpackungen.

Wie jedes Jahr konnten Nostalgie-Apfelliebhaber am Stand der Wildys ihre Sehnsüchte nach Sauergrauch, Spartan und Berner Rosen stillen. Überhaupt ist der Wiedersehen-Effekt mit längst lieb gewordenen Anbietern auf dem Pfalz-Märt enorm.

Aber auch Neues gesellt sich dazu. So war mitten im Weg ein Paar Ski mit Pudelmütze aufgepflanzt: Die IG Gisliflue warb unter anderem für ihre Loipe, während gegenüber die Naturfreunde Gisliflue dies für ihr Haus taten. Zeitweise sang, weitherum hörbar, eine Motorsäge über die Stände: Holzkünstler Lukas Senn aus Rupperswil schuf vor staunenden Zuschauern aus einem Pflock eine wunderschöne Eule.

Am Stand der Dorfkäserei Sumiswald konnten nicht nur «Nonnenstolz», «Joggeli-Chäs» und andere Spezialitäten degustiert und gekauft werden – in einem Kupferchessi präsentierte Käser Niklaus Käser auch, wie so eine Köstlichkeit hergestellt wird.

Eingemachtes, originell und liebevoll verpackt.

Eingemachtes, originell und liebevoll verpackt.

Rosmarie Mehlin

Zur Mittagszeit wurde die Schlange vor der Grillwurst-Braterei lang und länger, die Plätze in der Kafi-Stube rar, die Hochstamm-Cüpli an der Bar und das «Berliner-Festival» beim Beck immer beliebter. Gänzlich vergessen gingen gleichzeitig die «Birewegge»-Füsse. Denn ein Pfalz-Märt-Besucher kennt keinen Fuss-Schmerz.

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