Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat am Donnerstagabend die Betriebsfreigabe für das Atomkraftwerk Leibstadt erteilt – just ein paar Minuten bevor die Atomkraftgegner am Ensi-Sitz in Brugg die Petition «Leibstadt nicht wieder ans Netz» überreichten.

Atomkraftgegner forderten im Gegensatz dazu am Donnerstagnachmittag vor dem Ensi in Brugg die Abschaltung von Beznau und Leibstadt.

Atomkraftgegner forderten im Gegensatz dazu am Donnerstagnachmittag vor dem Ensi in Brugg die Abschaltung von Beznau und Leibstadt.

Sie übergaben dazu eine Petition mit 16'244 Unterschriften.

Rund ein halbes Jahr stand das Atomkraftwerk still, weil an einzelnen Brennelementen Oxidationen festgestellt worden waren. Diese waren zurückzuführen auf eine Überhitzung im Kühlsystem, sogenannte Dryouts. Die Brennstäbe waren vorübergehend nicht mehr vollständig mit einem Wasserfilm bedeckt. 

Lanciert worden ist die Online-Petition «Leibstadt nicht wieder ans Netz» von Balthasar Glättli, Nationalrat der Grünen. Zusammengekommen sind in weniger als zwei Wochen insgesamt 16 244 Unterschriften.

Ginge es nach dem Grünen-Nationalrat und seinen Mitstreitern, dürfte das Atomkraftwerk Leibstadt nicht wieder in Betrieb genommen werden, solange die Fehlerursachen nicht restlos geklärt und die Informationen dazu veröffentlicht sind. Das Anliegen sei eigentlich ein ganz simples, stellte Glättli fest. Die Leute wünschten, dass sehr genau hingeschaut werde, was nicht funktioniert habe. Sonst sei das Risiko zu gross. 

Ensi-Kommunikationsleiter Sebastian Hueber nahm die beiden Pakete mit den Unterschriften entgegen. Die Ursachen seien gründlich untersucht worden, versicherte er und stellte fest: «Wir kennen die Bedingungen, die dazu geführt haben, weshalb es zu diesen Dryouts gekommen ist.» Es könnten entsprechende Massnahmen getroffen werden. Konkret bedeute dies, dass die Gesamtleistung des Reaktors auch im nächsten Zyklus reduziert werde.