Über Ostern konzentrierten sich viele auf das, was der Osterhase wohl versteckt haben mag. Eine Gruppe von 28 Naturliebhabern machte sich in Effingen dagegen auf den Weg, um mit Jurapark-Landschaftsführer Urs Frei die Schönheiten des regionalen Naturparks zu entdecken. «Dieser Park ist einer von 15 Naturparks in der Schweiz. Er umfasst insgesamt 28 Gemeinden und liegt zwischen Basel und Zürich», erklärte Frei zu Beginn der Wanderung.

Bevor es losging, stellte er allen noch das kleine grüne Maskottchen «Perimuk» vom Jurapark Aargau vor. Es sei ein Mittelding zwischen Drachen und Echse, meinte Frei. Aber genau genommen hat es die Form des Naturparks und scheint sich mit seinen grossen Augen über jeden Jurapark-Besucher zu freuen.

Vom Dorfkern Effingen aus ging es los auf den Spuren des alten Römerwegs in Richtung Bözberg. Der erste Halt war vor dem «Gasthaus zu Glocke», das einst auf dem Weg zwischen Basel und Brugg gerne zur Einkehr genutzt wurde. Einige Häuser weiter stand ein alter Wagen aus Holz, mit dem früher mit kräftigen Rössern Waren transportiert wurden. Bei zwei bis drei Stundenkilometer brauchte man allerdings für jeden Weg viel länger als heute.

Viele blieben stecken

Mitten im Dorf weisen Schilder mit alten Ortsnamen in Richtung Mediolanum (für Mailand), Lugdunum (für Lyon), oder auch Tenedo (für Bad Zurzach) und erinnern an die Römerzeit. Langsam ging die Wandergruppe raus aufs Feld und Urs Frei erklärte währenddessen, dass der Römerweg früher morastig und sumpfig und daher sehr mühsam zu befahren war. An einer weiteren Station zeigte Frei mithilfe eines Models einer Strasse und eines kleinen Fuhrwerks, wie ein Weg damals zusammengestückelt war, dessen Gräben oft mit Baumstämmen wieder ausgebessert werden mussten.

Auf dem Weg hoch hinauf auf den Bözberg wurden die Furchen der Fuhrwerke immer tiefer, sodass viele steckenblieben. Das Weiterreisen wurde sehr beschwerlich, fast unmöglich. Brugg entgingen dadurch Zolleinnahmen. Erst als im Jahre 1789 die «Neue Bözbergstrasse» eröffnet wurde, die dann um dem Bözberg herum ging, wurde es wieder besser.

Mitten im Wald, auf einem schmalen, steil ansteigenden Weg stand plötzlich ein Wagen. Die Wandergruppe kam kaum daran vorbei. Urs Frei hatte hier etwas vorbereitet. Der Landschaftsführer erzählte: «Früher wurden die Könige und Prinzessinnen immer gefahren.» Frei holte kleine Lose aus seiner Tasche und liess die Kinder in der Wandergruppe je eines ziehen. Jonas Honegger, 10, aus Kaisten hat das Gewinnerlos gezogen: eine Freifahrt im Fuhrwerk, entlang der alten Römerstrasse – hoch hinauf auf den Berg. Er setzte sich strahlend in den Wagen, in dem ihm weich gefüllte Jutesäcke als Kissen dienten. Zirka sechs kräftige Männer und Frauen zogen den Wagen nach oben. Als Jonas wieder aus dem Wagen stieg, sagte er: «Das war cool!»

Reizvolle Entschleunigung

Nicht nur Jonas, sondern die gesamte Wandergruppe genoss die Aussicht auf dem Bözberg, wanderte über den ruhigen Tobel mit seinen beschaulichen Wasserfällen zurück nach Effingen und erlebte während dreieinhalb Stunden Geschichte hautnah.

Landschaftsführer Urs Frei mag an dieser Tour besonders die Entschleunigung und freut sich bereits auf seine nächsten Wanderungen im Jurapark Aargau.