«Ich staune, dass das Thema Fusion plötzlich wieder auf dem Tisch liegt», sagte Frau Gemeindeammann Annemarie Baumann am Ende der emotionalen Diskussion. Eigentlich wollte Baumann der Bevölkerung am ersten von vier Informationsveranstaltungen den Projektstand als Vorbereitung auf die Gemeindeversammlungen Ende November vermitteln. Der Souverän der Gemeinden Elfingen, Effingen, Bözen und Hornussen entscheidet dann, ob das Projekt weitergeführt werden soll oder nicht. Für die Detailbearbeitung müssten alle vier Gemeinden zusammen einen Kredit von 20'000 Franken gutheissen.

Noch viele offene Fragen

Der Zwischenbericht machte es deutlich, dass mit dem Projekt Ligado kaum Kosten oder Personal eingespart werden könnten. Im Gegenteil: Es würden einige Pensen aufgestockt und mit der Neuorganisation der Verwaltungseinheiten entstünden zusätzliche Kosten. Baumann betonte, dass es vorallem darum gehe die Abteilungen professioneller zu führen und die Stellvertretungen sicherzustellen. Damit würde auch der Gemeinderat in operativen Fragen entlastet und könnte sich wieder auf die strategischen Aufgaben konzentrieren, so Baumann.

Frau Gemeindeammann Annemarie Baumann über die Vorteile von Ligado

Die Vorteile von Ligado, erklärt von Gemeindepräsidentin Annemarie Baumann

Die Kanzlei inklusive Sozialdienst soll an einem Standort konzentriert werden. Die Abteilungen Finanzen und Steuern werden personell getrennt. Sie können entweder an einem oder zwei Standorten platziert werden. Die Bauverwaltung soll losgelöst von den Bauämtern geführt werden. Die Bauämter sollen künftig von einem Hauptstandort aus koordiniert werden, aber in den Nebenstandorten erhalten bleiben. Zusätzlich soll ein einheitliches Kommunikationskonzept erstellt werden.

Emotionale Diskussion

Ein paar Anwesende äusserten grosse Skeptik an diesem Modell. «Wäre es nicht besser zu fusionieren statt die Verwaltung über alle vier Gemeinden zu verteilen?», fragte ein Mann. Als Entscheideungsbasis wäre es wichtig, die Standorte zu kennen, tönte es aus verschiedenen Ecken. Sollte die Kanzlei nicht in Bözen bleiben, könne sie nicht hinter Ligado stehen, räumte eine Frau ein.

Selbst ehemalige Fusionsgegner bekannten sich im Laufe der Diskussion plötzlich als potenzielle Fusionsbefürworter. Eine Fusion schaffe schlankere Strukturen und biete mehr Sparpotenzial, so der allgemeinde Konsens. «Vielleicht ist Ligado ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Fusion», sagte Frau Gemeindeammann. Unbeantwortet blieb die Frage, was bei Ablehnung in einer der vier Gemeinden geschehe. Die Antwort würde an der Gemeindeversammlung nachgeliefert, versprach Baumann.