Brugg
Brugger Kirchenpflege ist «langsam in einen Tsunami» geraten

In der Katholischen Pfarrei Brugg kommt es zu einem Führungswechsel. Gemeindeleiterin Regina Postner geht – und das wegen Führungsproblemen. Streit gab es jedoch keinen. Doch viele Fragen sind noch offen.

Claudia Meier
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Bei der römisch-katholischen Kirchenpflege in Brugg gibt es Probleme.

Bei der römisch-katholischen Kirchenpflege in Brugg gibt es Probleme.

Claudia Meier

«Wir hatten keinen Streit», sagt Jürg Meier zum Personalwechsel in der Pfarreileitung. Meier ist seit gut zwei Jahren Präsident der römisch-katholischen Kirchenpflege Brugg.

Im letzten Pfarrblatt teilte er mit, dass Regina Postner, Gemeindeleiterin ad interim, und die Kirchenpflege Brugg in gegenseitigem Übereinkommen entschieden hätten, das Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2013 aufzulösen.

«Schwierigkeiten in der Personal- und Pfarreiführung haben das gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen der Kirchenpflege und Frau Postner nachhaltig gestört. Die Grundlage für einen zukünftigen und erfolgreichen pastoralen Dienst als Gemeindeleiterin ist nicht mehr gegeben», heisst es im Pfarrblatt weiter.

Ende Juli ist der übliche Mutationstermin für Seelsorger und hängt mit dem Schuljahresende zusammen. Meier zu diesem Termin: «Es ist klar unsere Absicht, dass Regina Postner bis Ende Juli arbeiten und ihre Gemeindeleitungsfunktion wahrnehmen kann.»

Seit 10 Jahren keine Stabilität

Die Nürnbergerin Postner trat ihre Stelle als Gemeindeleiterin ad interim am 1. Juli 2010 in Brugg an. Bis zur Errichtung des geplanten Pastoralraumes soll es keine Festanstellungen geben, so will es das Bistum.

Das Personal muss daher auch nicht an der Urne gewählt werden. «Aus unserer Sicht ist das schlecht, denn wir hätten gerne mittelfristig eine definitive Lösung mit Urnenwahl», so Meier und ergänzt: «Für eine Trennung wäre das zwar schwieriger.»

Im vergangenen August kündete der priesterliche Mitarbeiter Pater Peter Traub nach nur zwei Jahren seine Stelle auf Ende Oktober. «Pater Peter war sehr beliebt», so Meier. Alle Gespräche, diesen Abgang zu verhindern halfen nichts. «Die Kirchenpflege geriet langsam in einen kleinen Tsunami», sagt Meier ohne Details zu nennen.

Das Bistum beschloss daraufhin, dass der priesterliche Mitarbeiter der Pfarrei Windisch, Reginald Ejikeme, seit dem 1. November auch für die Pfarrei Brugg Mitverantwortung übernimmt.

Der Nigerianer soll aber im Sommer 2014 wieder in sein Heimatland zurückkehren. «Seit der Pensionierung von Pfarrer Ries vor gut zehn Jahren hatten wir in Brugg nie mehr eine längere, stabile Pfarreileitung», sagt der Kirchenpflegepräsident.

Pastoralraum Brugg-Windisch?

«Die grosse Herausforderung ist der geplante Pastoralraum zusammen mit der Pfarrei Windisch», so Meier. Viele Fragen sind zu diesem Thema in der Kirchgemeinde Brugg-Windisch und beim Bistum noch offen. «Wir schreiben die Stelle aus und suchen eine Persönlichkeit als designierter Pastoralraumleiter, idealerweise einen Priester.

Unser Wunschkandidat verfügt sowohl als Seelsorger wie als Leitungsperson über grosses Potenzial», so Meier. «Das Bistum unterstützt diese Anliegen aktiv. Vorbedingung ist ein klares Bekenntnis von uns, dass wir die neue Person auch im Hinblick auf den Pastoralraum wirken lassen», mahnt Meier.

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