Mülligen-Windisch
Folge des Klimawandels: Forstmitarbeiter entfernen 300 Kubikmeter Risikoholz

Zwischen Mülligen und Windisch wurden vor allem ältere Bäume, aber auch jüngere, die instabil waren, gefällt. Um schnell arbeiten zu können, kam ein «Tree Trimmer» zum Einsatz.

Dieter Minder
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Während einer Woche durfte tagsüber nur das Postauto auf der Strecke Mülligen–Windisch fahren. Für alle anderen, ob Fussgänger, Velofahrer oder Autofahrer- gab es kein Durchkommen auf der Kantonsstrasse. Sie war reserviert für die Mitarbeiter der Forstbetriebe Birr- Lupfig und Birretholz. Diese waren dort im Einsatz, um die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

«Wir hatten bereits im November mit der Planung dieses Einsatzes begonnen», sagt Daniel Callagher, Strassenmeister Kreis 2 des kantonalen Baudepartementes. Er zeichnet, zusammen mit Daniel Schenkel, Leiter des Forstreviers Birretholz, und Micha Plüss, Leiter des Forstreviers Birr-Lupfig, verantwortlich für die Arbeiten. Nach Abschluss der Arbeiten stellt Callagher fest: «Es ist alles reibungslos verlaufen.»

Die Sicherheitszone ist bis zu 40 Meter breit

«Immer wieder sind Äste auf die Strassen gefallen und haben die Leute gefährdet», sagt Revierförster Schenkel. Nun wurde beidseits der Strasse eine bis zu 40 Meter breite Sicherheitszone geschaffen. In dieser wurden Äste und Bäume, die drohten auf die Strasse zu fallen, entfernt. Dies geschah sorgfältig, denn das Bild einer Strasse durch einen Wald sollte erhalten bleiben. Schenkel sagt: «Gefällt wurden vor allem alte Bäume, aber auch jüngere, die instabil waren.» Er ergänzt:

«In den letzten Jahren haben in den trockenen Sommern vor allem die Rotbuchen gelitten. Wenn sie zu wenig Wasser haben, sterben Äste ab und fallen zu Boden.»

Für Schenkel ist dies ein weiteres, wenn auch extremes Beispiel für die Folgen des Klimawandel. Auch geschwächt sind die Eschen. Sie leiden unter der Eschenwelke, die von einem aus Asien eingeschleppten Pilz verursacht wird. Die Krankheit kann nicht bekämpft werden, es bleibt nichts anderes übrig, als die befallenen Eschen zu fällen.

Das Laubholz ist von geringer Qualität und wird zu Holzschnitzel verarbeitet

Für die Mitarbeiter der beiden Forstbetriebe war es eine strenge Woche. Vor allem in den steileren Abschnitten waren sie bei den Arbeiten gefordert. Dort festen Stand zu finden und mit Kettensägen zu operieren erfordert einiges an Können. Entlang der Strasse wurde auch ein Tree Trimmer eingesetzt.

Zwischen Mülligen und Windisch wurden instabile Bäume entfernt.

Zwischen Mülligen und Windisch wurden instabile Bäume entfernt.

Bild: Dieter Minder

Das ist ein dreiachsiger Lastwagen mit einem Auslegearm, an dessen Ende ein Greifer und eine Säge montiert sind. Mit dem Gerät können Äste bis auf eine Höhe von 40 Metern abgesägt und auf den Boden gelegt werden. Insgesamt haben die Forstmitarbeiter etwa 300 bis 400 Kubikmeter Holz geschlagen. Es handle sich meist um Laubholz geringer Qualität, das zu Holzschnitzel für Heizungen verarbeitet werde, so Schenkel.