Bözen

Nachwuchstalent beim FC Aarau: Wie der 13-jährige Luca seinem Traum vom Profifussballer folgt – und dafür einiges investiert

Der Bauernsohn Luca Heuberger aus Bözen rannte schon als kleiner Bub immer dem Ball nach – jetzt spielt er bei den Junioren des FC Aarau.

«Wir sehen es als Privileg, dass Luca diese Chance bekommen hat», sagen Corinne und Philipp Heuberger aus Bözen. Ihr Sohn trainiert in der Juniorenabteilung des FC Aarau und besucht in Buchs die Swiss-Olympic- Sportschule. Hinter Lucas grossem Traum, Fussballprofi zu werden, steht die ganze Familie.

«Es ist noch cooler, als ich dachte», sagt Luca Heuberger über seine neue Schule. Seit einem halben Jahr besucht der 13-Jährige aus Bözen die Sportschule. Anmelden kann man sich dafür nicht selber. Luca Heuberger wurde vom FC Aarau, wo er in der Juniorenabteilung (Footeco 14) trainiert, ausgewählt. Der 1.-Bezler ist zusammen mit anderen Fussballern, Leichtathleten und Schwimmern in einer Klasse. Nach dem normalen Unterricht in den Kernfächern haben die Schülerinnen und Schüler jeden Tag Zeit, um in ihrer Sportart zu trainieren. «Mein Traum und mein Ziel ist es, Fussballprofi zu werden», sagt Luca Heuberger.

Die Möglichkeit, seinen Traum zu leben

Dafür steht er jeden Morgen um 6 Uhr auf und fährt mit dem Bus nach Buchs. Die Tage sind lang, oft kommt er erst gegen 19 Uhr nach Hause und muss dann noch Hausaufgaben machen; am Wochenende finden Fussballspiele statt. «Wir möchten ihn nicht überfordern und haben diesen Weg auch nicht gesucht. Der FC Aarau kam auf uns zu und wir haben uns entschieden, Luca die Möglichkeit zu geben, seinen Traum zu leben», so Mutter Corinne Heuberger. Ihr Sohn sei schon als kleines Kind ein ehrgeiziger Sportler gewesen. «Er ist als Junge immer seinem fünf Jahre älteren Bruder Nico nachgerannt und wollte gleich gut oder noch besser sein als er.» Da Nico Mitglied des FC Frick war, wollte Luca auch Fussball spielen und hat dort die klassischen Juniorenabteilungen durchlaufen. Im Juni 2018 erhielt er vom FC Aarau die Einladung für einige Probetrainings und wurde im Verein aufgenommen. Luca ist in seiner Altersstufe der einzige Fricktaler, der diesen Sprung geschafft hat. Sein nächstes Ziel ist die U15-Juniorenmannschaft.

Corinne Heuberger: «Es ist ein spannender Weg, aber es braucht auch Kraft.» Neben dem organisatorischen und zeitlichen Aufwand für die ganze Familie sei auch der emotionale Teil nicht zu unterschätzen. Lucas ältere Geschwister Nico und Sina haben nach der Schule eine Lehre angefangen. «Bei ihm wissen wir noch nicht, wie sich die Berufswahl entwickelt. Es hängt auch davon ab, wie weit er sportlich kommt.» Das werde die Zeit zeigen, der Druck sei nicht zu unterschätzen. «Mit jedem Jahr wird die Auswahl enger und nur die Besten kommen einen Schritt weiter.» Nicht immer laufen die Spiele und Trainings gut, nicht immer kommt Luca fröhlich nach Hause. «Ich sehe es als meine Aufgabe an, Luca in solchen Momenten aufzufangen und für ihn da zu sein.»

Die Trennung von den Schulgspänli fiel schwer

Der Entscheid für die Sportschule Buchs hat für Luca auch bedeutet, dass er sich von seinen Primarschulkollegen, die alle nach Frick in die Oberstufe kamen, trennen musste. Das sei ihm nicht leicht gefallen. Luca Heuberger: «Ich habe inzwischen zum Glück neue Freunde gefunden.»

Ohne das Engagement der ganzen Familie ginge es nicht. «Der zeitliche Aufwand, auch für die Eltern, ist gross. Und die älteren Geschwister müssen ab und zu zurückstecken, auch wenn ich immer versuche, alle Bedürfnisse gleich zu gewichten», sagt Corinne Heuberger, die zusammen mit ihrem Mann Philipp Heuberger in Bözen einen Bauernhof mit Direktvermarktung für Gemüse und Blumen führt. Der Landwirt ist nun fast jeden Samstag irgendwo in der Schweiz an einem Fussballmatch, um seinen Sohn zu unterstützen. Möglich sei das nur, weil Heubergers landwirtschaftliche Angestellte haben, die währenddessen die Hofarbeit übernehmen. «Für uns ist der Fussball auf diesem Niveau eine neue Welt. Wir haben viele neue Menschen kennen gelernt.» Sie finde es beeindruckend, wie fair und wertschätzend die Eltern der Spieler miteinander umgehen, so Corinne Heuberger.

Ob Luca seinen grossen Traum, irgendwann einmal für die Schweizer Nationalmannschaft spielen zu können, verwirklichen kann, wird die Zeit zeigen. Nur wenige schaffen diesen Schritt, aber: «Der Entscheid für die Sportschule war richtig. Egal, wie weit Luca kommt; was er dort lernt, ist auch eine Lebensschule.»

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