Effingen

Postauto-Drama: Chauffeur brach wegen einer Kolik zusammen

Ein Postauto der Linie 137, hier am Bahnhof Brugg, wurde am Samstag von zwei Fahrgästen in Effingen zum Stillstand gebracht.

Ein Postauto der Linie 137, hier am Bahnhof Brugg, wurde am Samstag von zwei Fahrgästen in Effingen zum Stillstand gebracht.

Am Samstag brach ein Postauto-Chauffeur (43) während der Fahrt über den Bözberg am Steuer zusammen. Er hat das Spital verlassen können, ist aber in ärztlicher Behandlung. Laut Postauto Schweiz gibt es solche Zwischenfälle maximal einmal pro Jahr.

Die Vorstellung gleicht einem Albtraum: Ein Postauto der Linie 137 ist von der Passhöhe Bözberg her Richtung Frick unterwegs. Während der Fahrt bricht der Chauffeur am Steuer zusammen. So geschehen am letzten Samstagvormittag – glücklicherweise nicht auf dem steilsten Waldabschnitt nach dem Schützenhaus Gallenkirch, sondern kurz vor der Haltestelle Effingen Dorf.

Spontan brachten zwei Passagiere das Postauto zum Stillstand (die az berichtete). Der Chauffeur wurde nach dem Vorfall mit der Ambulanz ins Spital überführt. Von den sieben Passagieren wurde niemand verletzt. Was war konkret passiert?

Stark eingeschränkte Sicht

Der genaue Grund für den Zusammenbruch des Fahrers werde noch abgeklärt, sagt Postauto-Mediensprecher Urs Bloch auf Anfrage. «So viel lässt sich aber heute schon sagen: Aufgrund einer Kolik hatte der 43-jährige Fahrer eine stark eingeschränkte Sicht, was sich auf die Fahrweise auswirkte.»

Der Chauffeur sei dabei immer bei – wenn auch eingeschränktem – Bewusstsein geblieben, die beiden Fahrgäste haben aber geistesgegenwärtig geholfen, das Postauto zu steuern und zu bremsen. Dem Fahrer gehe es übrigens den Umständen entsprechend gut. «Er konnte das Spital am Samstagabend bereits wieder verlassen, ist aber noch in ärztlicher Betreuung», so Bloch weiter.

Kein Patentrezept für Notfälle

Wie sollen sich Passagiere bei einem solchen Notfall verhalten? Mediensprecher Bloch betont: «Das Wichtigste ist, dass sie Ruhe bewahren. Ein Patentrezept gibt es nicht für solche Situationen, weil jeder Zwischenfall wieder ein bisschen anders verläuft.»

Im Grundsatz gehe es immer darum, das Fahrzeug zum Stillstand zu bringen. Und wie macht man das in einem Postauto? «Im Detail: Geschwindigkeit reduzieren durch Gas wegnehmen und bremsen», fährt Bloch fort. Das Fahrzeug müsse möglichst auf der Strasse gehalten werden.

Solche Vorfälle seien «äusserst selten», räumt der Postauto-Mediensprecher ein. «Im Durchschnitt gibt es maximal einen solchen Zwischenfall pro Jahr, die medizinischen Gründe sind unterschiedlich», so Bloch. Diese tiefe Quote habe ihren Grund auch darin, dass sich das Fahrpersonal regelmässig einmal pro Jahr medizinisch kontrollieren lasse.

Technische Möglichkeiten geprüft

Plant Postauto Schweiz nun spezielle Massnahmen wie Hinweis-Tafeln oder eine Notbremse? Urs Bloch sagt dazu: «Konkretes ist im Moment nicht vorgesehen.» Bei den technischen Möglichkeiten am Fahrzeug achte Postauto Schweiz immer darauf, was der Markt bietet. «Wir nehmen das Thema sehr ernst: Uns ist die Gesundheit und die Sicherheit des Fahrpersonals sowie der Fahrgäste ein wichtiges Anliegen.»

Der Mediensprecher betont, dass die Postauto Schweiz AG sehr froh sei, dass der Zwischenfall am Samstagmorgen zwischen Effingen und Bözen so glimpflich abgelaufen ist. «Wir danken den beiden Fahrgästen, dass sie dem Fahrer geholfen haben und damit einen grösseren Unfall verhindern konnten.»

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