Brugg

Postautos durch die Altstadt: Das fordert Effingens Gemeindeammann

Früher fuhren Postautos aus Umiken bei Stau manchmal über die Aarebrücke.

Früher fuhren Postautos aus Umiken bei Stau manchmal über die Aarebrücke.

Andreas Thommen will, dass Brugg bei Stau die Postautos vom Bözberg durch die Altstadt fahren lässt. «Die Stadt könnte besser kooperieren», sagt er.

Am Morgen stockt der Verkehr in Fahrtrichtung Brugg nicht nur regelmässig auf der Zurzacherstrasse, sondern auch auf der Baslerstrasse. Das ist primär für Pendler ein Problem, die am Bahnhof Brugg auf einen Anschluss angewiesen sind. Daran dürfte sich auch mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel dieses Wochenende nichts ändern.

Bis Anfang 2017 fuhren Postautos von Frick und aus dem Schenkenbergertal, also solche, die keine Oberstufenschüler in die Altstadt bringen, bei Rückstau zu Stosszeiten über die alte Aarebrücke. Das war aber vielen Altstadtbewohnern ein Dorn im Auge. Sie setzten alles daran, die seit 2004 bestehende Regelung zwischen Postauto und der Stadt Brugg strikt durchzusetzen.

Landgemeinden schlagen Stadt neue Haltestelle vor

Mit anderen Worten: Nur noch in Ausnahmesituationen – beispielsweise bei Umleitungen aufgrund von Unfällen – dürfen die erwähnten Postautos, angeordnet durch die Blaulichtorganisationen oder die Postauto-Leitstelle, durch die Altstadt fahren. Diese Regelung ist für Gemeindeammann Andreas Thommen aus Effingen allerdings viel zu restriktiv.

Er hat schon oft erlebt, wie die Postautofahrt zum Bahnhof Brugg zu einer Zitterpartie wird, wenn der Verkehr über die Casino-Brücke ins Stocken gerät. Im schlimmsten Fall verpassen Passagiere nicht nur den Anschluss an den Schnellzug, sondern auch an die ein paar Minuten später abfahrende S-Bahn Richtung Zürich. Thommen ist überzeugt, dass das Rechtsabbiegen bei der alten Aarebrücke bei Stau zu Stosszeiten die Situation entschärfen würde.

Die Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen haben sich gemeinsam bei der Stadt Brugg für dieses Anliegen starkgemacht. «Uns ist bewusst, dass nach der Fahrt durch die Altstadt auch noch beim Einbiegen in die Aarauerstrasse Zeit verloren gehen kann», sagt Thommen.

Deshalb hätten sie der Stadt vorgeschlagen, am Ende der Bahnhofstrasse – vor dem Einbiegen in die Aarauerstrasse – neben dem Treppenabgang zur Bahnhofsunterführung eine Fahrplan-Haltestelle einzurichten. Obwohl die Lösung so einfach wäre, sei die Stadt nicht darauf eingegangen.

Treffen der Ammänner mit dem Regierungsrat

Letzte Woche fand in Brugg das traditionelle Bohnenessen für die Gemeindeammänner aus dem Bezirk Brugg statt. Im Hinblick auf ein für Mai angekündigtes Treffen mit dem Regierungsrat hat der Effinger Gemeindeammann vorgeschlagen, die unbefriedigende Verkehrssituation auch mit der Kantonsregierung zu thematisieren. Diese Idee sei bei Stadtammann Barbara Horlacher aber nicht gut angekommen. «Die Stadt Brugg könnte schon besser kooperieren», hält Thommen fest.

Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) kennt die Problematik mit den verpassten Anschlüssen am Bahnhof Brugg. Zu den Vorwürfen von Andreas Thommen präzisiert sie, dass es beim Bohnenessen um mögliche Themen für das Mitte Mai geplante Treffen des Gesamtregierungsrats mit den Gemeindeammännern aus dem Bezirk Brugg ging.

Thommen habe vorgeschlagen, das aus seiner Sicht noch zu wenig umgesetzte Verkehrsmanagement Brugg Regio, bei dem der öffentliche Verkehr bevorzugt werden soll, mit dem Regierungsrat zu besprechen.

Was Thommen nicht wusste, weil die Gemeinde Effingen nicht mehr Mitglied des Regionalplanungsverbands Brugg Regio ist: Das Verkehrsmanagement war an der Oktober-Vorstandssitzung von Brugg Regio ein zentrales Thema.

«Wir luden einen Kantonsvertreter ein, der unseren Mitgliedern aufzeigte, welche Massnahmen bereits realisiert sind und wie der weitere Umsetzungsplan aussieht», erzählt Brugg-Regio-Vizepräsidentin Horlacher.

Da man beim Umsetzungsplan grundsätzlich auf Kurs sei, müsse das Verkehrsmanagement im Mai nicht noch separat mit dem Regierungsrat besprochen werden. In Brugg sind laut Horlacher weitere Massnahmen nördlich der Aare an der Baslerstrasse vorgesehen, die auch den Postautos vom Bözberg und aus dem Schenkenbergertal einen Nutzen bringen sollen.

Station Effingen als neue Pendlerdrehscheibe

Für Thommen steht fest, dass es jetzt temporär neue Lösungen braucht, um das Pendeln mit dem öffentlichen Verkehr attraktiv zu machen. Dies sei in Elfingen mit dem neuen Buswendeplatz bereits erfolgt. In Bözen könne mit dem Zusammenlegen von Haltestellen ebenfalls Reisezeit eingespart werden. Potenzial gibt es noch beim Anschluss vom Bus aus Zeihen in Effingen.

Thommen kann sich sogar eine Reaktivierung der Station Effingen mit einem Park & Ride als Pendlerdrehscheibe vorstellen: «Wir können nicht warten, bis grosse Projekte wie die Oase vollständig umgesetzt sind. Sonst verlieren wir den Anschluss Richtung Zürich.»

Meistgesehen

Artboard 1