Villigen
Sie haben ein Herz für die Natur: Steinbruch Gabenchopf erhält Ökologie-Zertifikat

Michael Hunziker
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Steinbruch Gabenchopf Villigen
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Der Steinbruch Gabenchopf erhält die Auszeichnung der Stiftung Natur & Wirtschaft.
Beat Flach, GLP-Nationalrat und ab September Präsident der Stiftung Natur & Wirtschaft.
 Beat Haller (rechts) ist Leiter Natur und Boden beim Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB).
 René Probst, Gemeindeammann in Villigen.
Der Steinbruch.

Steinbruch Gabenchopf Villigen

Michael Hunziker

Der Steinbruch Gabenchopf in Villigen bietet wertvolle Lebensräume für verschiedene – seltene – Tier- und Pflanzenarten. Für das naturnah gestaltete Areal haben die Verantwortlichen der Firma Holcim das Zertifikat der Stiftung Natur & Wirtschaft erhalten.
Die Übergabe fand am späteren Dienstagnachmittag bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen statt. Anwesend waren unter anderem Vertreter von Behörden von Gemeinden und Kanton sowie von einer von Holcim organisierten Begleitgruppe, die regelmässig über den Betrieb und die Rekultivierung des Steinbruchs informiert wird.

Eine Belohnung und ein Ansporn

Die Auszeichnung soll sowohl eine Belohnung für das Geleistete als auch ein Ansporn sein, sagte Beat Flach. Der GLP-Nationalrat wird die Stiftung Natur & Wirtschaft ab September präsidieren. Die Verantwortlichen im Steinbruch, lobte Flach, hätten genauso ein Herz für ihre Arbeit wie für die Umwelt. Diese Begeisterung mache Freude. Im dynamischen Umfeld im Steinbruch würden Refugien geschaffen für Pflanzen und Tiere.

Abbaugesuch folgt als nächster Schritt

Im Steinbruch Gabenchopf in Villigen wird seit 1955 Kalkstein und Mergel abgebaut für die Zementproduktion im Werk Siggenthal. Damit auch künftig genug Rohmaterial zur Verfügung steht, plant Holcim eine Erweiterung des Steinbruchs nach Westen. Im Juni 2017 hat die Gemeindeversammlung der notwendigen Nutzungsplanung zugestimmt. Mittlerweile liegen laut Holcim sämtliche Grundlagen vor. In einem nächsten Schritt kann das Abbaugesuch öffentlich aufgelegt werden. (mhu)

Das Zertifikat nahmen der gut gelaunte Werkleiter Michael Suter und Steinbruchleiter Wolfgang Kornberger entgegen. Beide sind sich, kam in ihren kurzen Ausführungen zum Ausdruck, der Bedeutung des rund 58 Hektaren grossen Abbaugebiets für die Flora und Fauna bewusst.

Der Steinbruch habe unheimlich viel mit Natur zu tun, sagte denn auch Beat Haller an seiner kurzweiligen Führung. Der Leiter Natur und Boden beim Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie sprach von einem Buffet, an dem sich die Pflanzen und Tiere bedienen können. Gestaltet werde dieses Buffet von Maschinisten mit schweren Maschinen, es verändere sich ständig.

Zusammenarbeit wird intensiviert

Haller zeigte auf, welche Arten ideale Bedingungen finden auf dem Gelände – auf den kargen Schuttflächen, den Wald-, Strauch- und Wiesenbereichen sowie den Wassertümpeln. Johanniskraut und Huflattich, Feuersalamander und Erdkröte, Ringelnatter und Libellen oder auch Gämse lauteten nur einige der Stichworte. In jeder Ecke des Steinbruchs sei die Artenzusammensetzung eine andere, stellte Haller fest.
René Probst, Gemeindeammann in Villigen, hob die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Steinbruch-Betreiber und Gemeinde hervor. Diese soll sogar intensiviert werden, sagte er mit Verweis auf die Natur- und Landwirtschaftskommission (Nala) in Villigen. Er freue sich auf die kommenden Jahre.

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