Thalheim/Schinznach
So macht der Herbst Freude: Metzgete im Schenkenbergertal ist lanciert

Mit der Traubenlese zieht der Herbst ein und mit ihm die Metzgete sowie die Sauser Freinächte.

Janine Müller
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Stossen mit Sauser an auf den kulinarischen Herbst (v. l.): Roland Frauchiger (Gemeindeammann Thalheim), René Wasmer (Wirt Restaurant Weingarten) und Hans Peter Kuhn (Geschäftsführer Weinbaugenossenschaft Schinznach).

Stossen mit Sauser an auf den kulinarischen Herbst (v. l.): Roland Frauchiger (Gemeindeammann Thalheim), René Wasmer (Wirt Restaurant Weingarten) und Hans Peter Kuhn (Geschäftsführer Weinbaugenossenschaft Schinznach).

Janine Müller (jam)

Die Metzgete und die Sauser Freinächte sind aus dem kulinarischen Kalender des Schenkenbergertals nicht wegzudenken. Seit Jahrzehnten ist es bei Vereinen aus der Umgebung Tradition, im Tal den Sauser-Bummel zu absolvieren, um in den Beizen Sauser zu trinken und Metzgete zu schmausen.

Wobei: In den letzten Jahren sind es nicht mehr viele Vereine, die mitmachen, aber die Metzgete ist in den Restaurant des Tals noch immer beliebt, auch wenn sie dieses Jahr lediglich im Restaurant Weingarten – von den Einheimischen liebevoll «Wygärtli» genannt – sowie im Restaurant Schenkenbergerhof erhältlich ist. Das bedauert «Wygärtli»-Wirt René Wasmer, auch wenn er so weniger Mitbewerber hat.

Zutaten aus der nahen Umgebung

Die Metzgete ist ein wichtiger Einnahmezweig für sein Restaurant. «60 Prozent der Jahreseinnahmen generieren wir in dieser Zeit, in diesen gut drei Monaten», sagt er. Und die Kunden halten ihm die Treue, selbst aus dem Wallis und dem Berner Oberland reisen Gäste an. Sie wissen, was sie im «Wygärtli» bekommen: Metzgete von Schweinen, die auf dem Eichhof in Thalheim langsam auf 120 Kilogramm Schlachtgewicht gefüttert wurden. Zwölf Schweine hat Wasmer für die diesjährige Metzgete bestellt, die geschlachteten Tiere verarbeitet er persönlich in seinem Restaurant. Auch die Beilagen stammen alle aus der nahen Umgebung. So verarbeitet der Wirt in den drei Monaten Metzgete-Zeit 1,5 bis 2 Tonnen Kartoffeln aus der Au in Veltheim zu Rösti. Auf jeden Fall empfiehlt er, im Vorfeld für den Metzgete-Schmaus zu reservieren.

Aus der Region – genauer: von der Weinbaugenossenschaft Schinznach – stammt auch der Sauser, der bereits erhältlich ist. Denn die Traubenlese ist – mit einer Woche Vorsprung zum Vorjahr – in vollem Gang. 121 000 Kilogramm Trauben hat die Weinbaugenossenschaft bereits entgegengenommen. Das ist fast doppelt so viel wie letztes Jahr. Hans Peter Kuhn, Geschäftsführer der Weinbaugenossenschaft Schinznach, rechnet am Ende der Ernte mit 2,8 bis 3 Tonnen Trauben.

Das Programm

Metzgete gibt es im Restaurant Weingarten sowie im Restaurant Schenkenberger-
hof per sofort bis 3. Dezember zu geniessen. Die Sauser Freinächte finden statt vom
4. bis 6. Oktober, 11. bis 13. Oktober sowie 18. bis 20. Oktober. Am Donnerstag und Samstag ist die Polizeistunde um 2 Uhr, am Freitag um 3 Uhr. (az)

Kaum faule Trauben

«Es gibt kaum faule Trauben, und zurzeit herrscht schönstes Wetter, um in den Reben zu arbeiten», führt Kuhn aus. «Es kommt selten vor, dass wir in kurzen Kleidern arbeiten können.» Er bedauert, dass es im Tal immer weniger Restaurants gibt, die den frischen Sauser anbieten möchten. Nebst den bereits erwähnten Restaurants gibt es den Schenkenbergertaler Sauser auch im «Hirzen» in Schinznach und in der «Linde» in Oberflachs. Die Weinbaugenossenschaft setzt alles daran, dass die Sauser Freinächte, verbunden mit der Metzgete, im Tal nicht aussterben.