Villigen
Steinbruch Gabenchopf: Holcim reicht Abbaugesuch ein

Zementproduzent will Steinbruch Gabenchopf in Villigen erweitern – neue Rohstoffreserven reichen voraussichtlich bis 2030.

Michael Hunziker
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Der Steinbruch Gabenchopf in Villigen soll um rund 5,8 Hektaren Richtung Westen erweitert werden.

Der Steinbruch Gabenchopf in Villigen soll um rund 5,8 Hektaren Richtung Westen erweitert werden.

Michael Hunziker

Ob für den Schulhausplatz in Baden oder Roche-Turm in Basel, ob für den Gotthard- oder Eppenberg-, Gubrist- oder Bözbergtunnel: Das Zementwerk Siggenthal gehört zu den grössten Anlagen seiner Art in der Schweiz, beliefert das ganze Mittelland. Für die Zementproduktion benötigt werden rund 1,2 Mio. Tonnen Rohmaterial pro Jahr. Kalkstein und Mergel stammen vom Steinbruch Gabenchopf in Villigen. Das gebrochene Gestein wird über ein rund vier Kilometer langes Förderband vom Geissberg über die Aare in die Nachbargemeinde transportiert.

Damit auch in Zukunft genügend Rohmaterial zur Verfügung steht, plant der Zementproduzent Holcim eine Erweiterung des Steinbruchs Richtung Westen auf einer Fläche von rund 5,8 Hektaren, die sogenannte Etappe 4. «Die Erweiterung sichert den Betrieb des Zementwerks für weitere Jahre und damit die Versorgung der Region mit wichtigem Baumaterial», führt Werkleiter Michael Suter aus. Das aktuell bewilligte Abbaugebiet, erklärt er, versorgt das Zementwerk noch bis etwa 2020. Die neuen Rohstoffreserven – ein Volumen von rund 10 Mio. Tonnen – reichen voraussichtlich bis 2030.

Letzte Ergänzungen vorgenommen

Die öffentliche Auflage der Nutzungsplanung fand 2016 statt. Es gingen mehrere Einsprachen ein, die behandelt werden konnten. Die Gemeindeversammlung genehmigte die Teiländerung der Nutzungsplanung im Juni 2017, im November des gleichen Jahres gab der Regierungsrat grünes Licht.

Holcim reichte das Abbaugesuch ein, in diesem Jahr sind – auf Basis der Stellungnahme des Kantons – die letzten Abklärungen und Ergänzungen vorgenommen «und erfolgreich abgeschlossen worden», wie Werkleiter Suter feststellt. Bis 29. Oktober liegen das Baugesuch und das Rodungsgesuch auf der Gemeindekanzlei in Villigen auf samt dem umfangreichen Umweltverträglichkeitsbericht.

Nach Abbau wird rekultiviert

«Es liegt ein solides Projekt vor, das allen Herausforderungen und Bedürfnissen gerecht wird», ist Suter überzeugt. «Wichtig ist in erster Linie die Vereinbarkeit des Projekts mit den Interessen der umliegenden Gemeinden und den Zielen von regionalen Umweltverbänden.» Deshalb werde auf einen aktiven Austausch gesetzt. «Holcim arbeitet mit einer Begleitgruppe aus Vertretern der Standort- und Nachbargemeinden und interessierten regionalen Umweltverbänden zusammen, die das Erweiterungsprojekt aktiv mitgestalten. Zudem informieren wir die Bevölkerung regelmässig mit Broschüren zum Werk und zum vorliegenden Projekt.»

Wie alle Abbauvorhaben dieser Grössenordnung, fährt Suter fort, stelle die Erweiterung am Gabenchopf einen Eingriff ins Landschaftsbild dar. «Themen wie Lärm, Staub und Erschütterungen beschäftigen die Bevölkerung. Wir sorgen dafür, dass die negativen Auswirkungen der Abbautätigkeit auf ein Minimum reduziert werden», verspricht der Werkleiter. «Das vorliegende Projekt wird allen Herausforderungen und Bedürfnissen gerecht.»

Holcim pflege, fügt er an, einen sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und stelle sicher, dass das Abbaugebiet in gutem Zustand an die nächste Generation übergeben werde. Will heissen: Nach dem stufenweisen Abbau wird das Areal fortlaufend rekultiviert.

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