Villnachern/Turgi
Diese Elektromotoren fordern die Spezialisten

Im Wasserkraftwerk in Villnachern hat die Werder Elektromaschinen AG aus Turgi einen besonderen Auftrag ausgeführt.

Michael Hunziker
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Werkstattchef Anton Pilzer baut den alten Elektromotor aus. Hinten zu sehen ist der neue Motor.

Werkstattchef Anton Pilzer baut den alten Elektromotor aus. Hinten zu sehen ist der neue Motor.

Bild: zvg

Anspruchsvolle elektrotechnische Wünsche sind das täglich Brot der Werder Elektromaschinen AG in Turgi. Ein Auftrag wie dieser aber stellt doch eine ­Besonderheit dar, eine schöne Herausforderung und eine willkommene Abwechslung: Im Wasserkraftwerk der Axpo in Villnachern hat die Firma in diesen Tagen zwei Elektromotoren ersetzt, die sowohl von beeindruckender Grösse als auch von beeindruckendem Alter sind.

Geschäftsführer und Inhaber André Plüss erzählt in seinem Büro in Turgi mit ansteckender Begeisterung von den Arbeiten. Die zwei alten Schachtpumpenmotoren stammten von der Brown Boveri & Cie. und wurden vor 65 bis 70 Jahren eingebaut. Zum Einsatz kamen sie kurzfristig jeweils bei sehr hohem Wasseranfall. Die Laufzeiten, erklärt Plüss, seien in der Regel kurz, die Verschleisserscheinungen dementsprechend gering.

Neu und alt mit grösseren Anpassungen verbunden

Ausgewechselt wurden sie, weil die Anlage mit einer modernen elektrischen Steuerung versehen wird. Die neuen Motoren sind nun mit dieser kompatibel und erfüllen die hohen Anforderungen der heute gültigen Effizienzklasse. Es handelt sich um 75-Kilowatt-Asynchronmotoren mit einer Drehzahl von 1489 Umdrehungen pro Minute, die mit 400 Volt und einem sogenannten Frequenzumrichter betrieben werden. Die Drehzahl kann also genau reguliert werden. In einem Pumpwerk in der Nähe konnten weitere zwei ­Motoren ersetzt werden.

André Plüss ist Geschäftsführer und Inhaber.

André Plüss ist Geschäftsführer und Inhaber.

Bild: zvg

Gefordert waren die Spezialisten der Werder Elektromaschinen AG bei den Anpassungsarbeiten. Es musste eigens ein sogenannter Zwischenflansch angefertigt werden, weil Lochkreis, Flanschzentrierung und Bohrungen von neuem Motor und bestehender Pumpe nicht übereinstimmten, also nicht den gegebenen Flanschabmessungen entsprachen. Neue Kupplungen mussten ersetzt und angepasst werden.

Von der Coronakrise bisher kaum etwas gespürt

Eine Spezialität der Firma Werder sei, dass sämtliche Arbeiten bis zur Montage aus einer Hand angeboten werden können, sagt Geschäftsführer Plüss. Er weiss: Bei Reparatur, Revision oder Montage zählen Präzision, Qualität und Geschwindigkeit. Plüss ergänzt:

«Wir sind vielseitig aufgestellt, verfügen über ein breites Wissen und langjährige Erfahrung.»

Gegründet wurde die Firma vor 60 Jahren von Walter Werder für die Reparatur und den Verkauf von Elektromotoren, Getrieben, Pumpen sowie ­Elektrowerkzeugen. Im Juli 2009 übernahm André Plüss das Familienunternehmen und überführte es in eine Aktien­gesellschaft. Im September 2015 erweiterte er sein Dienstleistungsangebot durch die ­Integration von Subag Pum­penbau.

Tätig ist die Werder Elektromaschinen AG mit ihren insgesamt acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Aargau sowie in den angrenzenden Kantonen – vom Bernbiet bis zum Bodensee, wie Plüss mit einem Lachen sagt. Er schätzt die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit des Firmensitzes an der Landstrasse, wo sich Werkstatt, Lager und Büros befinden.

Von der Coronakrise habe er im Geschäft bisher glücklicherweise kaum etwas gespürt dank der grossen und treuen Kundschaft aus den Bereichen Industrie, Bau, Baustoffindustrie, Energie oder auch Kommunalbetrieben, antwortet Plüss auf die entsprechende Frage. Er fügt an:

«Bei uns gab es keinen Stillstand, wir hatten immer Arbeit. Positiv ist, dass die Firmengeschichte weitergehen kann.»

Sobald die moderne Steuerung komplett installiert ist, wird im Kraftwerk in Villnachern geprüft, ob die neuen Elektromotoren einwandfrei funktionieren. Deren Lebenserwartung dürfte, sagt Plüss zum Abschluss gut gelaunt, je nach Betriebsstunden, wieder sehr hoch sein.

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