Böztal

«Wer kauft gerne die Katze im Sack?» Anonyme machen mobil gegen die Gemeindefusion

Die mögliche Fusionsgemeinde «Oberes Fricktal» erstreckt sich entlang der Autobahn von Hornussen über Bözen nach Effingen und umfasst auch Elfingen (oben links).

Die mögliche Fusionsgemeinde «Oberes Fricktal» erstreckt sich entlang der Autobahn von Hornussen über Bözen nach Effingen und umfasst auch Elfingen (oben links).

In Effingen kursieren zwei Flugblätter gegen die Gemeindefusion mit Bözen, Elfingen und Hornussen. Nun nimmt der Gemeindeammann Stellung zur Aktion.

Vor den letzten Gemeindeversammlungen in Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH), an denen der Souverän den Zusammenschlussvertrag zur Gemeinde Böztal guthiess, hatten ehemalige Gemeinderäte einen Beitrag verfasst mit dem Titel «Sollen wir diese Katze im Sack kaufen?». Darin forderten sie einen Marschhalt. Es kam aber nicht soweit: In Bözen wurde der Fusionsvertrag mit 109:6 Stimmen angenommen, in Effingen mit 74:16, in Elfingen mit 56:1 und in Hornussen mit 92:24 .

Nun steht in den BEEH-Gemeinden am 24. November die obligatorische Urnenabstimmung an. Und dieses Mal kursieren in der Gemeinde Effingen zwei Flugblätter mit dem gleichen Titel «Wer kauft gerne die Katze im Sack?». Unterzeichnet sind die Zettel von «weitsichtigen Ortsbürgern» und «weitsichtigen Einwohnern».

Aus Effinger Sicht gebe es offene Punkte, zu denen keine befriedigenden Antworten vorlägen, heisst es. Erwähnt sind die Übergangskosten von den vier selbstständigen zur fusionierten Gemeinde und die Aufwendungen für die Zusammenlegung der Gemeinde-Reglemente. Fragen tauchen auf zum Fortbestand der Primarschule an drei Standorten, zur Zukunft des Gemeindehauses Effingen, wenn die Verwaltung in Hornussen zusammengefasst wird, sowie zu den Ersparnissen bei der Steuerfusssenkung «um kleine 5%».

Kritik an Fusion mit früherem Wasserverband

Im zweiten Flugblatt thematisieren die Anonymen die Zugehörigkeit zu zwei Wasserverbänden. Effingen ist – aufgrund des Autobahnbaus – seit über 30 Jahren in einem Wasserverband mit der Gemeinde Zeihen und dem Astra beteiligt. Aus dem zweiten Wasserverband mit Bözen, Elfingen und Hornussen ist Effingen vor Jahren ausgetreten. Mit der Fusion würde sich das wieder ändern. Dadurch müsse Effingen sich künftig mit nicht bekannten Kosten an der «Sanierung der maroden Wasserversorgung beteiligen», so die Gegner.

Gemeindeammann Andreas Thommen versteht nicht, warum die Fusionsgegner Unwahrheiten verbreiten und nicht mit ihrem Namen hinstehen. Die Fusionsabklärungen seien sehr sorgfältig erfolgt und transparent kommuniziert worden. «Der geplante Steuerfuss von 114% ist kein Hirngespinst. Die möglichen Einsparungen bei Behörden, Verwaltung sowie die Synergieeffekte wurden mehrmals durchgerechnet und entsprechen Gemeinden mit ähnlicher Bevölkerungszahl», betont Thommen. «Zudem hat auch Effingen Nachholbedarf bei der Wasserversorgung. Im Alleingang wird der Steuerfuss in Effingen mit grosser Sicherheit steigen und nicht sinken.» Das gehe oft vergessen. Sagt eine der vier Gemeinden am 24. November Nein, ist das BEEH-Projekt gescheitert.

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