Sie gehören zum Bild auf den Strassen in der Region Brugg und liefern Grund zur Freude: Die fünf Wasserstoff-Postautos haben zusammen eine Million Kilometer zurückgelegt.

Für die Postauto Schweiz AG ist damit der Beweis erbracht, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung, dass sich diese Antriebstechnologie im öffentlichen Nahverkehr bewährt.

Die Passagiere schätzen die Fahrt in den Brennstoffzellenpostautos, so der offizielle Name, weil sie sehr leise und vibrationsfrei ist, sagt Postauto-Mediensprecher Urs Bloch. Das Lesen beispielsweise falle leichter.

Auch die Anwohner an der Strecke seien voll des Lobes, weil die mit einer Brennstoffzelle ausgestatteten Busse deutlich leiser seien als Diesel-Fahrzeuge. Die Chauffeure schliesslich mögen die ruhige und komfortable Fahrt ebenfalls genauso wie das gute Fahrverhalten, ergänzt Bloch. Allerdings sei Letzteres anfänglich etwas ungewohnt. «Denn wegen der hohen Dachlast liegt der Schwerpunkt des Fahrzeugs weiter oben.»

Eigene Spezialtankstelle gebaut

Die Wasserstoff-Postautos sind täglich im Linienverkehr unterwegs. Daneben gibt es bis heute einige Spezialeinsätze wie am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos oder am Filmfestival Locarno. «Und zudem kommt es regelmässig vor, dass wir eines der Fahrzeuge an einer Messe oder an einer Fachtagung präsentieren», fügt Bloch an.

Begonnen hat der Versuch mit den Brennstoffzellenpostautos Ende 2011. Die Wahl sei auf den Aargau gefallen, weil neben dem Bundesamt für Energie auch der Kanton das Projekt von Anfang an unterstützt habe, erklärt Bloch.

Die Region Brugg habe das Rennen gemacht, weil die Topografie ideal sei. «Zudem mussten zu diesem Zeitpunkt fünf neue Postautos beschafft werden, was genau der Anzahl Brennstoffzellen-Fahrzeuge entsprach, die wir testen wollten.»

Nicht zuletzt sei bei der Postauto-Garage in Brugg genügend Platz vorhanden gewesen für den Bau einer Wasserstofftankstelle. Erstellt hat Postauto Schweiz AG diese Spezialtankstelle, um den Wasserstoff vor Ort produzieren zu können.

1200 Tonnen CO2 eingespart

Seit Beginn des Versuchs haben die fünf Postautos insgesamt 80 Tonnen Wasserstoff getankt. Vermieden werden konnte auf diese Weise der Ausstoss von 1200 Tonnen CO2. Nebenbei: Der Wasserstoff für die Brennstoffzellenbusse wird laut Postauto zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie sowie Biomasseanlagen gewonnen.

Im Dezember 2016 läuft das Projekt aus. Ob es verlängert wird, ist noch nicht entschieden. «Der Feldtest wurde auf fünf Jahre ausgelegt, um herauszufinden, ob diese Antriebstechnologie für den öffentlichen Verkehr geeignet ist», führt Bloch aus. Der Betrieb laufe, soviel stehe fest, in der Regel reibungslos.

«Allerdings kosten diese Fahrzeuge im Betrieb mehr als herkömmliche Diesel- oder Diesel-Hybrid-Busse. Hier stellt sich die Frage, wer für die Mehrkosten aufkommt.» Auch der Unterhalt einer Tankstelle sei nicht zu unterschätzen, denn: Diesel könne als Massenprodukt eingekauft werden, die eigene Herstellung des Wasserstoffs sei wegen der geringen Menge sehr teuer, so der Mediensprecher.