Bremgarten
Am Weihnachtsmarkt verpflegt Sandra Jordi die Einsatzkräfte

Essensausgabe Warme Mahlzeiten sind wichtig, wenn man in der Kälte arbeitet. Sandra Jordi schaut, dass die Helfer zu ihrem Essen kommen und hat auch für jeden ein freundliches Wort übrig.

Dominic Kobelt
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Es gibt viele hungrige Mäuler zu stopfen: Sandra Jordi schöpft den Einsatzkräften ihr Essen. Dominic Kobelt

Es gibt viele hungrige Mäuler zu stopfen: Sandra Jordi schöpft den Einsatzkräften ihr Essen. Dominic Kobelt

Dominic Kobelt

«Ich mache das schon so viele Jahre, ich weiss gar nicht, das wievielte Mal ich schon dabei bin», sagt Sandra Jordi und lacht. Am Weihnachts- und Christchindlimärt hilft sie mit, die unzähligen Helfer, die im Einsatz stehen, zu verpflegen. Noch ist es ruhig im Esssaal, aber ab halb 6 treffen nach und nach Feuerwehrleute, Polizisten, Zivilschützer, Verkehrskadetten, Buschauffeure, Mitarbeiter vom Argus Verkehrsdienst und die Verkäufer der Shuttle-Bus-Billette ein. Sie sind meistens den ganzen Tag draussen unterwegs und froh, sich aufwärmen zu können. Zwischendurch kommt auch jemand vorbei, um einfach einen Kaffee zu trinken und ein bisschen mit Jordi zu plaudern. Stressig wird es erst, wenn sich bei der Essensausgabe eine längere Schlange bildet. «Meistens läuft es aber sehr gestaffelt ab», sagt Jordi, «die einen essen etwas früher und lösen dann die Helfer bei den Posten ab.»

Vom Markt hat sie nicht viel

Zu ihrer Arbeit ist sie durch den stadtbekannten Polizisten und Marktchef Walter Friedli gekommen. «Ich war damals in einer schwierigen Lebenssituation, besonders finanziell. Ich bin sehr dankbar, dass Walter mir damals diese Arbeit angeboten hat», so die Bremgarterin, die inzwischen als medizinische Praxisassistentin arbeitet. Der Job habe ihr von Anfang an gefallen. Ihre Dankbarkeit gibt sie weiter, zaubert den Helfern ein Lächeln auf das Gesicht, wenn sie ihnen das Essen schöpft – heute gibt es Pouletschenkel, Steinpilzrisotto und Salat. «Es ist jedes Jahr eine familiäre Stimmung. Ich treffe hier Leute, die ich sonst das ganze Jahr nicht sehe, obwohl sie auch in Bremgarten wohnen», sagt Jordi. Sie steht jeweils den ganzen Tag im Einsatz, am Abend reicht es höchstens noch, um in der Altstadt ein Bier zu trinken – vom eigentlichen Markt hat sie nicht mehr viel. «Ich vermisse das schon ein bisschen, vor allem mit meinem Freund durch die Altstadt zu schlendern, das wäre wieder mal schön. Trotzdem freue ich mich jedes Jahr auf den Christchindli-Märt.»

Neben der Essensausgabe muss Jordi Kaffee herausgeben, Tische putzen, und hilft auch in der Küche mit. «Zu Hause mache ich das gar nicht gerne, hier schon», sagt sie und lacht. Nebst den warmen Mahlzeiten werden die Einsatzkräfte auch mit Zwischenmahlzeiten und Punsch versorgt. Das Wetter habe keinen grossen Einfluss auf die Stimmung, sagt die Bremgarterin. «Kalt ist es immer».