Corona-Idee
Hilfe im Homeoffice: Eine junge Genossenschaft vermietet Geräte fürs Büro daheim

Ein Wohler hat mit Freunden das Projekt «DeinHomeOffice» lanciert, um auf Non-Profit-Basis Geräte fürs Homeoffice zu vermieten und zu installieren. Die Idee ist sozial und ökologisch.

Ilir Pinto
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Frederik Thiele, Renato Baumann, Bruno Lippuner und Steve Michalovic (von links) haben mit weiteren Freunden die Genossenschaft «DeinHomeOffice» gegründet.

Frederik Thiele, Renato Baumann, Bruno Lippuner und Steve Michalovic (von links) haben mit weiteren Freunden die Genossenschaft «DeinHomeOffice» gegründet.

Bild: Sandra Ardizzone

Ohne Vorwarnung mussten im vergangenen Jahr viele Menschen ihren Arbeitsplatz räumen und: «Ab ins Homeoffice!» Wegen der Coronapandemie wird vermehrt so gearbeitet.

«Das Thema Homeoffice ist hochaktuell», weiss auch Bruno Lippuner aus Anglikon. Darüber sprach er im letzten Jahr mit seinen Freunden Renato Baumann, Frederik Thiele, Steve Michalovic sowie weiteren. Sie kamen zum Schluss, dass das Homeoffice für viele Menschen mit Hürden verbunden ist.

Sozial- und ökologisch orientierte Förderung

«So entstand die Idee der sozial- und ökologisch orientierten Förderung von Homeoffice», erklärt der Betriebswirtschafter. Was heisst das nun genau? Lippuner erzählt:

«Viele kauften sich günstige Bildschirme und sonstige Hardware. Dabei landet vieles davon nach der Rückkehr ins Büro im Müll.»

Er wolle dieser Denkweise begegnen und Nachhaltigkeit statt kurzfristigen Konsums anbieten. «Wir haben ein Inventar an Bildschirmen, Headsets, Docking-Stationen, Webcams und Druckern angeschafft. Die Geräte kann man ab sofort bei uns mieten.»

«Sharing Economy» ist nachhaltiger

Die Geräte würden, so Lippuner, nach der Rückgabe geprüft, gereinigt, desinfiziert und wieder zur Vermietung herausgegeben. Oder, wenn nicht mehr funktionsfähig, fachgerecht rezykliert.

Dahinter steckt das Modell «Sharing Economy», das in den vergangenen Jahren zum Trend geworden ist. Es ist die Beschreibung dafür, wenn Ressourcen während ihrer Lebensdauer von mehreren Personen genutzt werden. Es ist ökologischer als eine einmalige und kurzweilige Nutzung.

Ehrenamtlich und nicht gewinnorientiert

Somit ist die Frage nach dem Ökologischen beantwortet. Was aber ist gemeint mit der sozial-orientierten Förderung von Homeoffice? Auch darauf hat Lippuner eine Antwort:

«Wir kümmern uns ebenfalls um die Installation.»

Sie wollen ihren Kundinnen und Kunden dabei helfen, «die Docking-Station mitsamt Bildschirmen, Webcam und Drucker einzurichten und zum Laufen zu bringen».

Die insgesamt etwa zwanzig ehemaligen Studienkolleginnen und -kollegen, die involviert sind, seien laut Lippuner technisch versiert und verfügten über das nötige Know-how rund um die Hardware. Ausserdem sei ihr Engagement für ihre Genossenschaft, die den Namen «DeinHomeOffice» trägt, ehrenamtlich.

Die Nachfrage ist bereits vorhanden

Da es rechtlich gar nicht geklärt ist, ob Arbeitgeber überhaupt für die Kosten des Homeoffice aufkommen müssen, sei die Nachfrage vorerst da, so Lippuner.

Er erklärt: «Einige bekommen von ihrem Arbeitgeber einen pauschalen Geldbetrag für die nötige Hardware und sind danach auf sich allein gestellt. Damit können sie ihr Homeoffice oft nicht einrichten, wenn sie alles selbst einkaufen müssen. Der Betrag reicht aber aus, um bei uns über mehrere Monate ein vollständiges Equipment auszuleihen. Zusätzlich tun sie der Natur damit etwas Gutes.»