«Das Öl explodiert geschmacklich im Gaumen»

Das Bremgarter Start-up Mitera, das in Südeuropa Olivenöl herstellt, buhlte gestern in «Die Höhle der Löwen» auf TV24 um Investoren.

Marc Ribolla
Merken
Drucken
Teilen

Mit viel Enthusiasmus kämpfte die Bremgarterin Antonella Meyer-Masciulli gestern Abend um die Gunst der fünf Investoren in der TV-Sendung «Die Höhle der Löwen» bei TV24. Die 53-Jährige präsentierte ihr Olivenöl-Start-up Mitera GmbH und erhoffte sich ein Kapital von 150000 Franken für eine Firmenbeteiligung von 12 Prozent. Als Löwen liessen sich Roland Brack (Onlinehandelexperte), Anja Graf (Business-Apartment-Pionierin), Bettina Hein (Technologieunternehmerin), Tobias Reichmuth (Nachhaltigkeitsunternehmer) und DJ Antoine (Musikproduzent und Unternehmer) die Chancen einer Investition in Mitera näherbringen.

Vor ihrem Auftritt sagte Antonella Meyer-Masciulli: «Ich lasse es auf mich zukommen und hoffe, sie sind nicht allzu streng mit mir mit finanziellen Fragen. Alles andere kann ich gut beantworten, weil ich dieses Projekt mit Leib und Seele lebe.» Wer ihr zuhört, spürt das.

Oliven stammen von uralten Mutterbäumen

Meyer-Masciulli ist Tochter eines italienischen Olivenölbauern und seit 2018 leidenschaftliche Olivenölproduzentin. In Italien und auf Kreta stellt sie reines, extra-natives Öl her. Sie setzt sich für den Schutz und Erhalt von alten Olivensorten ein und produziert sehr aufwendig mehrfach prämierte Öle unter dem Markenname Mitera.

Die Oliven stammen von Jahrtausende alten Bäumen, den Mutterbäumen oder Mitera genannt. Die Produktion ist zertifiziert und vor Ort arbeitet das Unternehmen mit Wissenschaftern zusammen. «Wenn wir es nicht schaffen mit Mitera, werden diese alten Bäume durch junge ersetzt», erklärt Meyer-Masciulli den Löwen.

Sie lässt Öle degustieren und daran riechen. «Am Anfang wirkt dieses Öl eher mild, aber nachher explodiert es geschmacklich im Gaumen», beschreibt sie ein Öl. Überzeugen kann die Bremgarterin aber keinen Investor. Niemand möchte finanziell einsteigen. Roland Brack sagt: «Sie erzählen eine unglaublich packende Geschichte, ich könnte stundenlang zuhören. Am Ende des Tages will man aber irgendwie Geld verdienen. Da glaube ich, passen wir nicht ganz zusammen.» Der Onlinehändler bot ihr hingegen an, die Öle in sein Sortiment aufzunehmen.

Am meisten enttäuscht sei sie vom Nachhaltigkeitsexperten Tobias Reichmuth, wie Meyer-Masciulli gegenüber der AZ ausführt. Er begründete sein Nein so: «Ich finde das Produkt super. Als Investor habe ich aber das Gefühl, dass es eher etwas für eine Stiftung ist. Ich sehe zu wenig klar, wie ich eine gute Rendite herausholen könnte.»

Ihr Herzensprojekt verfolgt sie trotzdem weiter. Mit Abstand zur Sendung, die im Frühling aufgezeichnet wurde, sagt sie: «Im ersten Moment war ich enttäuscht. Sie haben nicht begriffen, um was es bei meinen Ölen geht.» Derzeit begleitet sie die Olivenernte auf Kreta, die diese Woche endet. Sie rechnet, dass rund 8000 Flaschen Olivenöl produziert werden können.