Büttikon
Für die Büttiker Schwalben ist der Sommer vorbei

Zu Dutzenden segeln die Schwalben um den Hof von Guido und Leo Koch. Der Sommer ist auch ihnen verleidet. Sie formieren sich vorzeitigzur Abreise ins Winterdomizil.

Toni Widmer
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Jeden Abend beim Eindämmern sind auf dem Hof von Guido und Leo Koch in Büttikon Dutzende von Schwalben zu beobachten, die in ihre Nester unter dem Scheunendach fliegen. Toni Widmer

Jeden Abend beim Eindämmern sind auf dem Hof von Guido und Leo Koch in Büttikon Dutzende von Schwalben zu beobachten, die in ihre Nester unter dem Scheunendach fliegen. Toni Widmer

«Die Schwalben machen schon ziemlich viel Dreck. Aber das stört mich nicht. Wir lassen den Kot einfach liegen, bis sie im Spätsommer wieder in den Süden ziehen», sagt Guido Koch. Schon seit Jahren segeln Mehl- und Rauchschwalben am frühen Morgen und späten Abend zu Dutzenden um den Hof, den der 80-jährige Guido mit seinem 88-jährigen Bruder bewirtschaftet. Wie viele es sind, wissen die Brüder nicht: «Sie können es ja versuchen, sie zu zählen», lacht Guidos Frau Therese, als ein paar dieser kleinen, wendigen Vögel zwischen Haus und Scheune zu ihren Nestern fliegen. Viele dieser Nester haben die Bauern schon vor Jahrzehnten unter dem Dach und sogar im Pferdestall montiert. Einige haben die Vögel aber auch selber gebaut.

Willkommen sind die Schwalben auf dem Hof in Büttikon vor allem auch, weil sie sich ausschliesslich von Insekten ernähren. Auf ihrem Speisezettel stehen Fliegen ebenso wie Mücken oder Blattläuse. «Weil auf unserem Hof so viele Schwalben leben, haben wir viel weniger Ungeziefer, auch im Garten», ist Therese überzeugt.

Ein Schwalbenleben in Büttikon

Die Bäuerin kennt einige ihrer Schwalben vom Aussehen und Flugverhalten her und ist überzeugt: «Die Tiere kommen jedes Jahr wieder. Einmal hat eine Schwalbe unter dem Jahr ihren Partner verloren. Das nächste Jahr kam sie alleine und hat dann im Laufe des Sommers einen neuen Partner gefunden.»

Sophie Jaquier von der Vogelwarte Sempach kann die Beobachtungen von Therese Koch bestätigen: «Schwalben sind ortstreu und kommen meist jedes Jahr dorthin zurück, wo sie geboren wurden.» Schwalben werden ungefähr acht Jahre alt. Somit dürften die Büttiker Schwalben im Laufe ihres Lebens rund sieben Mal im Herbst nach Südafrika und im Frühling wieder zurückfliegen.

Laut Kochs Beobachtungen ist der nasse Sommer den Schwalben offenbar verleidet: «Sie üben schon den Formationsflug. Das heisst, dass sie bald gehen», glaubt Therese Koch. Nach den Erfahrungen der Vogelwarte fliegen die Rauchschwalben ab Anfang September, die Mehlschwalben ab Mitte September gen Süden. Man habe, erklärte Sophie Jaquier, bisher noch keine entsprechenden Beobachtungen gemacht. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass die Schwalben dieses Jahr die Schweiz früher verlassen werden.