Hallwilersee

Kaiman oder grosser Hecht? Badegäste zweifeln an der Reptil-Sichtung

Kaimane sind in Südamerika heimisch. Wer sie in der Schweiz als Haustier halten will, braucht eine Bewilligung.

Kaimane sind in Südamerika heimisch. Wer sie in der Schweiz als Haustier halten will, braucht eine Bewilligung.

Ein Fischer hat beobachtet, wie das kleine Krokodil eine junge Ente frass. Die Polizei hat das Reptil am Montagabend erfolglos gesucht. Vielleicht, weil es gar nicht existiert, glauben einige Gäste am Hallwilersee. Der Fischer hält an seiner Version fest.

Er dürfte nicht schlecht gestaunt haben, der Fischer. Am Sonntagabend entdeckte er im Hallwilersee bei Beinwil am See ein exotisches Tier. Er hat die Polizei alarmiert und glaubhaft geschildert, dass er ein etwa anderthalb Meter grosses Reptil beobachtet habe, das plötzlich an der Wasseroberfläche erschienen und nach einer schwimmenden jungen Ente geschnappt habe.

Danach soll das Tier mitsamt der Beute weggeschwommen sein. Aufgrund der Beschreibung gehen Fachleute davon aus, dass es sich um einen Kaiman handeln könnte.

Kaimane unterstehen dem Artenschutzübereinkommen. Wer sie als Haustier halten will, braucht eine Bewilligung. Der Veterinärdienst hat im Aargau nur eine solche Bewilligung erteilt. Die Polizei geht davon aus, dass der Kaiman im Hallwilersee wahrscheinlich aus illegaler Tierhaltung stammt und ausgesetzt worden war.

Hinweise zur Herkunft und möglichen früheren Besitzern lägen aber noch keine vor. Die Kantonspolizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Ausserdem bittet sie Personen, die verdächtige Feststellungen im Zusammenhang mit einer privaten Reptilienhaltung gemacht haben, sich zu melden.

Macht ein Kaiman den Hallwilersee unsicher?

Macht ein Kaiman den Hallwilersee unsicher?

In Beinwil am See soll ein Fischer angeblich einen Kaiman gesehen haben, was eine Unterart eines Krokodils ist. Vom exotischen Tier fehlt bis jetzt jedoch jede Spur.

Am Montagabend hat die Polizei auf Veranlassung des Veterinärdienstes sowie der Jagdverwaltung das Seeufer zwischen Mosen und Beinwil am See nach dem Tier abgesucht. Ohne Erfolg. Der Kaiman zeigte sich nicht mehr. 

Weitere Suchmassnahmen würden aktuell geprüft. Da die Suche schwierig sei, bittet die Kantonspolizei um Wachsamkeit. Wer im Hallwilersee ein solches Tier sehen sollte, wird gebeten, sich sofort über den Notruf 117 zu melden.

Den Hallwilersee meiden muss wegen des mutmasslichen Kaimans niemand. Spaziergänger oder Badegäste gehören nicht zum Beuteschema. Laut Einschätzung eines beigezogenen Experten geht von einem Tier dieser Art und Grösse keine akute Bedrohung für Menschen aus. Das kleine Krokodil ist in der Abenddämmerung vorwiegend in flachem Wasser auf der Jagd nach Beute.

Es fresse primär Fische und Kleintiere. Zudem seien Kaimane grundsätzlich scheu und reagierten erst aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. Wer das Tier sieht, sollte sich ihm trotzdem nicht nähern oder gar versuchen, es selber einzufangen, teilt die Polizei mit.

«Es könnte auch ein Hecht gewesen sein»

Die Gäste in der Badi Beinwil am See hätten gelassen auf die Sichtung des Kaimans reagiert, sagt Badi-Leiter Silvan Suter. Das Telefon habe am Dienstagnachmittag zwar häufig geklingelt. Am anderen Ende waren aber nicht etwa besorgte Gäste, sondern solche, die daran zweifelten, dass es sich beim gesichteten Tier tatsächlich um einen Kaiman handelt.

Zweifel hat auch Ueli Haller, der Chef der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee. Schlangen und Biber würden im Hallwilersee ab und zu gesichtet, sagt er. Aber von einem Reptil habe er bis jetzt noch nie etwas gehört. «Von der Grösse her könnte es auch ein Hecht gewesen sein», sagt Ueli Haller. Diese würden auch nach Enten schnappen. Trotzdem will er vom Schiff aus Ausschau halten. «Vielleicht entdecken wir den Kaiman ja beim ‹Sünnele›.»

Auch ennet der Kantonsgrenze sorgte die Meldung der Polizei über das exotische Tier nicht für Aufregung. Auf dem Campingplatz in Mosen LU vertraut Geschäftsführer Markus Willi den Experten, die sagen, das Tier sei ungefährlich und menschenscheu. Die Mitarbeitenden seien aber informiert, dass sie sofort die Polizei informieren, wenn ihnen etwas auffällt.

Fischer: «Es war sicher kein Hecht!»

Der «Blick» will den Fischer gefunden haben: Der 33-jährige Juri D äusserte sich gegenüber der Boulevardzeitung und hält an seiner Version fest. Er will aber nicht öffentlich auftreten, weil er Angst hat, als Lügner betitelt zu werden. 

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