Man kürzt Teenagern vielleicht das Sackgeld, um sie in die Schranken zu weisen. Etwa so hat der Gemeinderat Boswil bei den Asylbewerbern gehandelt. Von total 63  Franken pro Woche wurden ihnen 2 Franken abgezwackt, weil die Asylsuchenden nach Ansicht des Gemeinderats, trotz mehrmaliger Ermahnung, zu viel lüfteten und damit offenbar hohe Heizkosten verursachten.

Natürlich geht es nicht um die total 28 Franken, die sich die Gemeinde jetzt aufs Konto Heizkosten gutschreiben kann. Es geht um Macht. Den Asylbewerbern musste klargemacht werden, wer hier das Sagen hat. Nur: Das wissen sie wohl längst.

Vielleicht werden die Asylbewerber in Boswil im nächsten Winter ihre Fenster weniger oft öffnen und das Licht früher löschen. Mit einem «Erfolg» brüsten kann sich der Gemeinderat damit trotzdem nicht. Seine «Erziehungsmethode» ist kläglich und hat weder mit Integration noch mit Respekt im Umgang mit jungen Menschen zu tun.