Fischbach-Göslikon
Neues Altarensemble zum Tag der Kirchenweihe

Maria Himmelfahrt am 15. August ist in Fischbach-Göslikon seit je ein besonderer Festtag. Dieses Jahr wird er ganz speziell.

Toni Widmer
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Augenschein in der Schreinerei: Peter Fierz, Marc Wetli, Kirchenpfleger Kurt Seiler, Daniel Schambron (Präsident) und Guido Siegenthaler sowie die ehemalige Kirchenpflegepräsidentin Susanne Koch. Toni Widmer

Augenschein in der Schreinerei: Peter Fierz, Marc Wetli, Kirchenpfleger Kurt Seiler, Daniel Schambron (Präsident) und Guido Siegenthaler sowie die ehemalige Kirchenpflegepräsidentin Susanne Koch. Toni Widmer

Toni Widmer

Die Kirche Maria Himmelfahrt in Fischbach-Göslikon gilt als eine der schönsten Barockkirchen überhaupt. Von aussen wirkt das 1672 als einfache Saalkirche erstellte Gotteshaus sehr schlicht, die Überraschung folgt erst hinter der Eingangstür. Im Zuge einer umfassenden Renovation in den Jahren 1757 bis 1760 wurde der Gottesraum in einen festlichen Saal verwandelt. Sehenswert sind nicht nur die vielen schönen Stuckaturen und Fresken, sondern insbesondere auch der imposante Deckenschmuck mit der Darstellung von Marias Himmelfahrt im Hochoval.

Altar passte nicht zum Ganzen

Wie in allen anderen Katholischen Kirchen wandte aufgrund der neuen Regelung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch in Fischbach-Göslikon der Pfarrer seiner Kirchgemeinde im Gottesdienst nicht mehr vom Hochaltar aus den Rücken zu. Er zelebrierte die Heilige Messe künftig an einem neuen, im Chor aufgestellten Altar. «Vielfach wurde in den Kirchen damals einfach ein Tisch aufgestellt», erklärte Peter Fierz, Professor am Institut für Baugestaltung der Schweizerischen Lukasgesellschaft. Der neue Altar wurde später mit einem Ambo (Stehpult) und Stühlen ergänzt, hat aber nie so richtig in den schmucken Gottesraum gepasst.

Schlicht und doch massiv

Das wird sich ändern. Am 15. August, dem traditionellen Festtag von Maria Himmelfahrt, wird in Fischbach-Göslikon ein neues, auf die Inneneinrichtung abgestimmtes Ensemble mit Altartisch, Ambo, vier Hockern, zwei Stühlen und einem Ständerfuss für die Osterkerze eingeweiht. Gestaltet worden sind die einzelnen Elemente von Peter Fierz, gefertigt hat sie der Dottiker Schreinermeister Marc Wetli aus massivem Eichenholz.

«Meine ursprüngliche Idee war es, das neue Ensemble farblich auf den fast popartig wirkenden Innenraum abzustimmen. Die Kantonale Denkmalpflege votierte jedoch für eine einfarbige Kombination», sagte Fierz. Realisiert worden sei jetzt eine Kombination, welche den Kirchenraum in keiner Weise konkurrenzieren: «Das Ensemble wirkt schlicht und filigran, dennoch ist es sehr massiv.» Der Altartisch ist aus 40 Millimeter dickem Eichenholz gefertigt, bei Stühlen und Ambo hat der Schreinermeister 26 Millimeter dicke Platten verwendet. Die Möbel bestehen aus durchsteckbaren Einzelelementen, was hohe Anforderungen an die Konstruktion stellte: «Ich war ziemlich gefordert. Es war ein anspruchsvoller Auftrag, aber ich habe ihn mit sehr viel Freude ausgeführt. Ein solches Ensemble kann ein Schreiner nicht jeden Tag anfertigen», sagte Marc Wetli.

Im Fertigungsprozess hat er auch eigene Ideen eingebracht. So symbolisieren in der Altarplatte nicht nur Intarsien aus Eiche die Wundmale Jesu, es gibt auch ein Reliquienfach. Dazu hat Wetli eine Vorrichtung ausgeklügelt, die es erlaubt, den Deckel des Faches problemlos anzuheben. Überhaupt sind die einzelnen Möbel sehr durchdacht konstruiert. Der Ambo beispielsweise verfügt über einen klappbaren Tritt für Kleinwüchsige.

Die Mitglieder der amtierenden Fischbach-Gösliker Kirchenpflege zeigten sich beim Augenschein in der Schreinerei begeistert und die ehemalige Kirchenpflegepräsidentin Susanne Koch, die das mit Kosten von rund 30 000 Franken veranschlagte Projekt in ihrer Amtszeit «angestossen» hat, freute sich: «Ich denke, da haben wir etwas realisiert, dass unserer schönen Kirche gut ansteht.»