Beim Geocaching versucht man mit Hilfe von GPS-Koordinaten und einem Handy ein Versteck zu finden. In diesem Fall befand sich das Gesuchte unter einer Tanne, nahe dem Lidl in Wohlen. «Normalerweise handelt es sich um eine Tupperware-Dose oder Ähnliches», sagt Jasmin Topuz, die am Donnerstag mit Schwester und deren Freund auf Schatzsuche war. Darin befindet sich nichts Wertvolles, sondern kleinere Tauschgegenstände oder manchmal auch nur ein Log-Buch, in dem man sich eintragen kann. 

Schnitzeljägerin findet geklauten Goldschmuck

Schnitzeljägerin findet geklauten Goldschmuck: "Am Anfang kam ich nicht draus"

Auf einer GPS-Schatzsuche fand die Geocacherin Jasmin Topuz anstatt einer versteckten Dose eine Socke gefüllt mit gestohlenem Goldschmuck.

Statt einer Dose fanden die drei Freiämter zwei Adidas-Socken, eine schwarze und eine weisse. «Ich nahm die schwarze Socke in die Hand, und sie hat komisch geklimpert», berichtet Jasmin Topuz gegenüber der AZ. Durch einige Löcher habe sie erkennen können, dass sich Goldschmuck im Strumpf befand. 

Nach einem Anruf beim Polizeinotruf 117 schickte man die drei zur Kantonspolizei, die momentan noch einen Posten in Wohlen betreibt. Dort wartete allerdings die nächste Überraschung: «Es hing ein Zettel an der Türe, der Posten sei momentan nicht besetzt. Allerdings stand da nicht, wann er wieder besetzt sein würde», berichtet Topuz.

Also nahmen die drei im Migros-Restaurant Platz und warteten. Nach etwa einer Stunde war der Posten immer noch unbesetzt, Topuz wendete sich nochmals an die 117, wo man sie bat, sich bei der Regionalpolizei im Gemeindehaus zu melden. 

«Langsam war ich etwas sauer, wir hatten eigentlich keine Lust, uns den ganzen Nachmittag um die Angelegenheit zu kümmern. Trotzdem gingen wir zur Regionalpolizei.» Dort habe man sie zuerst zur Kantonspolizei schicken wollen, die Repol sei nicht zuständig. Nachdem Topuz den Fall erklärt hatte, lenkte die Polizistin doch noch ein. 

"Nie ein Danke gehört"

«Einen Tag später erhielt ich ein Mail von der Polizei, dass es sich bei dem gefundenen Schmuck um Diebesgut handle. Ein Spezialist nimmt jetzt eine Untersuchung der Gegenstände vor, dann werden sie schweizweit ausgeschrieben, damit sich die Besitzer melden können», erzählt Topuz. Was sie an der ganzen Sache stört: «Obwohl wir die Mühen auf uns genommen haben, habe ich nie ein Danke gehört.»

Und ein Finderlohn? «Das habe ich die Polizistin bei der Repol auch gefragt. Sie hat nur gelacht und auf den Fall Klingnau mit dem Goldbarrenfund verwiesen.» Dort hat es fünf Jahre gedauert, bis der Finderlohn ausbezahlt wurde. Ob die Freiämter Schatzsucher also überhaupt je etwas erhalten, ist ungewiss. 

Wie Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau erklärt, sei der Finderlohn eine zivilrechtliche Angelegenheit. Es handle sich um eine Sache zwischen Finder und Eigentümer, nicht der Polizei. 

Ist es ungewöhnlich, dass Kriminelle ihre Beute verstecken? «Früher kam es häufiger vor, dass Kriminaltouristen das Diebesgut an einer markanten Stelle deponierten, und Mittelsmänner dieses später abholten. Heute ist es aber eher üblich, dass die Täter mit der Beute fliehen. Es kann sein, dass sie von der Polizei gestört wurden.»