slowUp Hochrhein

15000 Velofahrer lassen sich von Kälte und Regen nicht stoppen

Der slowUp ist ein Anlass für die ganze Familie.

Der slowUp ist ein Anlass für die ganze Familie.

Mit den Teilnehmer-Zahlen der vergangenen Jahre konnte der 13. slowUp Hochrhein wetterbedingt nicht mithalten. Diejenigen, die teilnahmen, genossen die 32 Kilometer autofreie Strasse trotzdem in vollen Zügen.

Der slowUp zieht auch bei durchwachsenem Wetter – das zeigte der gestrige Sonntag. «Es ist sehr gemütlich»: Der Velofahrer aus der Ostschweiz machte sich nichts aus dem Regen. Wie er durch den Wald von Sisseln nach Kaisten radelte, genoss er das üppige Grün links und rechts. Egal, was um ihn herum passierte. Manche hatten es eilig und huschten vorbei, andere hatten sich vom Sattel aus viel zu erzählen, wieder andere hatten andere Sorgen, etwa ihre Kinder darauf aufmerksam zu machen, in der Spur zu bleiben und nicht ständig hin- und herzuwechseln.

Erziehung muss trotzdem sein

Am slowUp gelten zwar nicht dieselben Gesetze wie sonst, aber die grundsätzlichen Verkehrsregeln sind schon einzuhalten. Oder, wie ein Vater seinem Bub erklärte: «Mach es wie immer – rechts fahren.» Erzieherische Massnahmen waren also Teil des autofreien Tages. Der Rest war geniessen, abspannen, herunterkommen vom Alltag. Und: Entdecken. So, wie es Grossratspräsident Marco Hardmeier an der Eröffnung in Bad Säckingen auf den Punkt brachte. «Die Erwachsenen und insbesondere die Eiligen unter uns nehmen sich einen Moment Zeit und entdecken neben dem Weg vielleicht wieder etwas, was sie früher auf dem Schulweg beobachtet haben», sagte er.

Nicht, dass dieses etwas nicht mehr da gewesen wäre, so Hardmeier, sondern weil Zeit und Aufmerksamkeit fehlten. Deshalb forderte er die Teilnehmer auf, «zu Entdeckern zu werden». Ähnlich sah es Martin Kistler, Landrat des Landkreises Waldshut auf deutscher Seite: Ein Sprichwort besage «Geschwind gewinnt», ein anderes «Allzu geschwind gar wenig Nutzen bringt» – zwei widersprüchliche Redewendungen, von denen Letztere auf den
slowUp zutrifft. Kistler weiter: «Heute ist der Weg das Ziel.» Sein Appell: «Entdecken Sie die Langsamkeit.» Tatsächlich: von Temporausch keine Spur, stattdessen ein angenehmer Anlass.

Trotz Regen 15 000 Teilnehmer

Laufenburg an der Rheinbrücke, kurz vor 12 Uhr: An der Zählstation wurde eine Zwischenbilanz gemeldet. 1600 Menschen (und ein paar Hunde) hätten den Grenzübergang passiert, «viel weniger als in den Vorjahren», sagte der Zähler. Es war gestern aber auch anderes Wetter als in den Vorjahren: nass, kühl, trüb, kaum Sonnenschein, eigentlich ein Wetter zum Daheimbleiben.

Aber nein: Es ist nur einmal slowUp am Hochrhein, der 13. war es diesmal, der einen Vorteil hatte: Es war nicht brütend heiss. Was sich an den Durstlöscherstationen bemerkbar macht. Wo letztes Jahr dichtes Gewühl herrschte, blieb es gestern weitgehend ruhig. Bilanz von Wendel Hilti, Geschäftsstelle des slowUp, kurz vor Ende der Veranstaltung: «Bei sehr wechselhaftem Wetter mit zum Teil intensiven, kurzen Regengüssen nahmen trotzdem 15 000 Teilnehmende am slowUp teil.»

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