Fricktal

3000 neu gesetzte Eichen erfroren: Sturmtief Burglind bereitet dem Forst Nachwehen

Setzt derzeit eifrig neue Bäume: Fabian Bugmann, Förster in Mettauertal.

Setzt derzeit eifrig neue Bäume: Fabian Bugmann, Förster in Mettauertal.

Über ein Jahr nach «Burglind» ist der Forst anfälliger für Wind. Dies bekam man mancherorts zu spüren.

Anfang letzten Jahres spielte das Sturmtief Burglind den Förstern übel mit, als er mit den meterdicken Bäumen Mikado spielte. Anschliessend, in der lang anhaltenden Trockenperiode, machte sich der Borkenkäfer an Stämmen, Ästen und Kronen zu schaffen. Alleine durch «Burglind» belief sich die Schadholzmenge auf 120'000 bis 190'000 Kubikmeter Holz. Dies entspricht zwischen 30 und 50 Prozent der Jahresnutzung des Kantons (die AZ berichtete).

Das Katastrophenjahr hat bis heute Nachwehen, wie Jeremias Boss, Leiter des Forstbetriebs Wölflinswil-Herznach-Oberhof-Ueken, sagt. Um das Sturm- und Käferholz aus dem Wald zu holen, habe man mehrere kleine Holzschläge machen müssen, was dazu geführt habe, dass einzelne Abschnitte, anfälliger für Wind oder Sonneneinstrahlung sind. «Am Rand der Schneisen sind nach Weihnachten nochmals rund 300 Kubikmeter Holz dem Wind zum Opfer gefallen», sagt er. Gut zwei Wochen habe man gebraucht, um die Sturm- und Streuschäden zu beseitigen. «Wir hatten Glück – eine Sägerei hat uns das Frischholz direkt abgenommen», so Boss, der hofft, für seine restlichen 250 Kubikmeter Käferholz auf Lager bald einen Abnehmer zu finden.

Holz verliert an Wert

Doch durch das viele Sturm- und Käferholz aus dem letzten Jahr sitzen die Sägereien immer noch auf einem grossen Vorrat, weiss Oliver Eichenberger, Leiter des Forstbetriebs Kaisten. «Die Abnehmer sagen, dass sie erst wieder im Juni Holz entgegennehmen.» Dieses Problem kennt auch Urs Steck, Abteilungsleiter Wald und Landwirtschaft in Möhlin, der auf rund 3000 Kubikmetern Käferholz sitzt. «Unser Lager im Wald ist voll.» Problematisch sei, dass das Holz umso mehr an Wert verliere, je länger es herumliege. Die letzte Lösung sei, aus dem Holz Hackschnitzel zu machen. «Das würde schon wehtun», sagt Steck.

Nach den Sturmschäden haben Eichenberger und sein Forstteam innert zehn Tagen rund 3000 Eichen in die kahlen Stellen gesetzt. Nach kurzer Zeit habe er gemerkt, dass die Bäume nicht austreiben, weil sie bereits vor dem Einpflanzen einen Frostschaden erlitten haben. «Das war ärgerlich. Wir mussten die Eichen im Herbst nochmals setzen», sagt er. Ein Mehraufwand an 15'000 Franken sei entstanden.

140 Kilometer abgefahren

Zwischen 4000 und 5000 Kubikmeter an Holz – dies entspricht einem jährlichen Hiebsatz – sind im Revier des Forstbetriebes Mettauertal-Schwaderloch Sturm und Käfer zum Opfer gefallen. «Es war mühselig, 140 Kilometer Waldstrecke abzufahren, um zu kontrollieren, wo man überall Sturmschäden beseitigen muss», sagt Förster Fabian Bugmann. Eigentlich müsse man noch weitere Bäume, die der Sturm beschädigt hat, fällen. «Sie sind geschwächt und anfällig für den Borkenkäfer», erklärt er. Weil man jedoch für den Aufwand derzeit keinen Ertrag erhalte, werde man die Bäume stehen lassen. «Jetzt hoffen wir, dass der Borkenkäfer im Frühling und Sommer nicht allzu schwer wütet», so Bugmann.

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Autor

Dennis Kalt

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