Spiel, Satz, Tennishalle: Die Mitglieder des Tennisclubs Frick (TCF) haben am Freitag an ihrer ausserordentlichen Generalversammlung dem Bau einer Tennishalle zugestimmt – und dies überaus deutlich: Von den anwesenden 63 Stimmberechtigten stimmten 62 dafür, einer enthielt sich der Stimme. Mit dieser Deutlichkeit hatte TCF-Präsident Massimo Fini dann doch nicht gerechnet. «Ich hatte aber ein gutes Gefühl, sagt er am Montag zur AZ, «gerade auch, weil viele Junge dabei waren.»

Die Freude über das klare Ja ist ihm immer noch anzuhören. Vor allem haben ihn die grosse Beteiligung («So viele Mitglieder nahmen noch nie an einer GV teil») und das generationenverbindende Moment gefreut. «Alle Generationen waren vertreten», sagt er. Also die älteren Mitglieder, die bereits einen oder mehrere Anläufe für eine Halle genommen hatten; die «Mittelalterlichen», die den Verein aktuell prägen; und die Jungen, die für die Zukunft des Vereins stehen. Fini schmunzelt. «So hatte die Versammlung sogar ein demokratiepolitisches Moment: Es gab den einen oder anderen Jungbürger, der bei uns seine erste Abstimmung überhaupt vornahm.»

Die Stimmung an der GV sei gut gewesen, bilanziert Fini, die Fragen zahlreich und «kritisch-positiv». Sehr gut angekommen seien die Visualisierungen. «Man konnte virtuell ein erstes Mal durch die Halle laufen.» Ob sie genau so aussehen wird wie auf der Visualisierung, ist indes offen. «Die Detailplanungen laufen nun an.» Sie werden unter anderem von Daniel John, Architekt und TCF-Mitglied, begleitet.

Das Projekt umfasst neben dem Bau einer Tennishalle mit drei Plätzen, die am Standort der heutigen Sandplätze 1 und 2 gebaut wird, vier neue Plätze. Gleichzeitig wird das Klubhaus um einen dritten Squash-Court erweitert. TCF und Squash Club Fricktal sind vor 15 Jahren eine Partnerschaft eingegangen. «Diese Partnerschaft hat sich bewährt», sagt Fini. «Es ist schön, dass diese Synergie nun mitwächst.»

Squashclub mit an Bord

Das Gesamtprojekt kostet rund 3,5 Millionen Franken. Daran steuert der Squashclub 400'000 Franken bei. Den Rest der Kosten will der TCF mit Eigenmitteln, Klubaktionen, Firmenbeiträgen und Hypotheken stemmen. Zudem hat der Swisslos-Fonds einen Beitrag «in sechsstelliger Höhe» zugesichert, so Fini. Erhöht werden gleichzeitig die Jahresbeiträge, abgestuft nach Alter, zwischen 20 und 60 Franken.

Ein wichtiger Pfeiler der Finanzierung sind zudem Darlehen, welche die Mitglieder (und andere) zeichnen können. «Bereits wurden Darlehen über 252'000 Franken gezeichnet», freut sich Fini. Er glaubt, dass diese eine Win-win-Situation für beide Seiten sind. Der Club bekommt Darlehen mit einer langen Laufzeit von fünf oder zehn Jahren, die Mitglieder Zinsen zwischen 1,5 und 2,0 Prozent. «Das ist bei den heutigen Zinsniveaus keine schlechte Anlage.»

Gut sieht es auch bei der Bank aus. «Wir können vermutlich die bestehende Hypothek erhöhen.» Zudem hat der Club eine Rückfallebene: Eine Stiftung, deren Namen Fini noch nicht nennen will, ist bereit, bis zu 500'000 Franken zur Verfügung zu stellen. Da die Rückzahl-Perspektiven hier kurzzeitiger sind als bei den Darlehen und Hypotheken, «greifen wir auf das Angebot nur dann zurück, wenn eine Finanzierungslücke bestehen bleibt».

Die Projektgruppe «OK Halle» wird sich nun «in die Arbeit stürzen», sagt Fini. Denn zu tun gibt es noch viel. Zudem muss das Projekt auch noch vor die Gemeindeversammlung in Frick, da der TCF das Land im Baurecht hat und sich nun Änderungen am Baurecht ergeben. «Wir hoffen, dass es für die Gemeindeversammlung im Juni reicht», sagt Fini.

Läuft alles rund, so erfolgt der Baustart bereits im Herbst. «Dieser Fahrplan ist sehr sportlich», weiss Fini. Es brauche nur leise Verzögerungen – beispielsweise durch Einsprachen gegen das aufgelegte Bauprojekt – und der Termin lasse sich nicht einhalten. Ist dem so, kann erst ein Jahr später gebaut werden. «Ein Baustart ist jeweils nur nach der Freiluftsaison möglich», sagt Fini. Die Aussenplätze müssen dabei innert sechs Monaten erstellt sein – also bis zum Start der nächsten Freiluftsaison. Für die Halle kann man sich dagegen bis zu einem Jahr Zeit nehmen.

Massimo Fini freut sich bereits auf die Halle – und sein erstes Match darin. Er hofft, dass er am Schluss sagen kann: Spiel, Satz, Tennishalle.