Es sei schlicht und einfach erstaunlich, welche enorme Fülle an Berichten und Informationen Jahr für Jahr in der «Rückblende» Aufnahme finden, stellte Bruno Böller von der Kulturkommission Wölflinswil-Oberhof bei der Präsentation der neusten Ausgabe der beliebten Dorfchronik fest: «Jetzt ist bereits die 45. Ausgabe erschienen, welche die rekordverdächtige Zahl von 124 Seiten umfasst – noch nie gab es einen solchen Umfang. Es ist ja auch bemerkenswert, was sich in unseren beiden kleinen Dörfern im Verlaufe eines Jahres alles ereignet. Viele Berichte werden aus der Bevölkerung geliefert oder von den Vereinen, den Gemeinden und der Schule. Dabei verrichtet die Oberhöfler Gemeindeschreiberin Martina Schütz, ebenfalls Mitglied der Kulturkommission, die Hauptarbeit mit der Redaktion der ‹Rückblende›, wofür ihr ein grosses Dankeschön gebührt», hielt Bruno Böller weiter fest.

Gemeindeammann Köbi Brem aus Wölflinswil betonte: «Die 45 Jahre Chronik sind an sich schon das ganz Besondere und Bemerkenswerte an der ganzen Sache.» In einem Beitrag über ihn geht übrigens hervor, dass er als Kantonsschüler in Aarau während der Winterzeit im Schülerheim übernachten musste, da er keine Mitfahrgelegenheit über den Benken finden konnte. Denn eine Postautoverbindung gab es damals noch keine.

Zeitgenössisches Dokument

Für Roger Fricker, den Gemeindeammann von Oberhof, bedeutet jede «Rückblende» ein wertvolles zeitgenössisches Dokument; die Chronik bietet eine Zusammenfassung des dörflichen Geschehens.

So enthält auch die 45. Ausgabe grössere Berichte und kleinere Meldungen aus Gemeinden, Schule, Gewerbe, Kirche und Pfarrei. «In dieser Chronik beleuchten wir nicht nur ein Jahr, sondern wir blicken im Hauptthema ganze Jahrzehnte zurück, indem wir ältere und auch jüngere Einwohnerinnen und Einwohner über ihren Beruf oder ihre Tätigkeit befragt haben», so Bruno Böller.

Der Vergleich zwischen früher und heute zeige auf, wie stark die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten vorangekommen sei. So sei es wirklich kaum vorstellbar, wenn Otto Meier erzähle, dass es zu Beginn seines Berufslebens als Lehrer an der Schule Wölflinswil im ganzen Schulhaus nicht einmal ein Telefon gab, ganz abgesehen von einem Computer, Kopierer, Beamer oder einem anderen elektronischen Gerät. Und vom Internet habe man nicht einmal träumen können, weil man sich früher so etwas gar nicht vorstellen konnte. «Und heute sind in den Schulhäusern die Wandtafeln elektronisch, und in der Oberstufe bringt schon fast jedes Kind ein Handy mit in die Schule, mit dem man – so nebenbei – auch noch telefonieren kann», erwähnte Bruno Böller.

(Lebens-)Geschichte von 18 Personen

Nebst dem Einblick in die beruflichen Tätigkeit und in die Freizeitbeschäftigung von 18 befragten Personen aus Wölflinswil und Oberhof geben die Hauptbeiträge in der «Rückblende» 2013 den Leserinnen und Lesern auch ein Bild vom Wandel der Gesellschaft während Jahrzehnten. Den interessanten Reigen der zahlreichen spannenden (Lebens-)Geschichten eröffnet Francesco Nocito, als 19-Jähriger im Jahr 1961 aus Italien eingewandert. Der Kalabrese hatte übrigens noch nie Schnee gesehen und wurde in der Schweiz von der weissen Pracht überrascht.

Bademeister, Kantonsschüler, Gemeindeammänner, Lehrer, Sportler und Milcheinnehmer kommen mit ihren Geschichten vor. Den Abschluss bildet die Pöstlerin Astrid Reimann aus Oberhof.

Am Samstagmorgen wird die «Rückblende» 2013 von Jugi-Kindern in Wölflinswil und Oberhof verkauft. Bei der Landi gibt es die Dorfchronik an einem Stand der Kulturkommission.