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50 Jahre Kehrichtabfuhr: Die Abfallsäcke werden immer schwerer

Die P.Pfister AG ist ein Familienunternehmen: Neben Peter Pfister (l.) sind auch seine Ehefrau Vreni und Sohn Pascal im Unternehmen tätig. Marc Fischer

Die P.Pfister AG ist ein Familienunternehmen: Neben Peter Pfister (l.) sind auch seine Ehefrau Vreni und Sohn Pascal im Unternehmen tätig. Marc Fischer

Seit 50 Jahren holt die P.Pfister AG den Kehricht vor dem Haus ab – das Jubiläum wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

1968 spezialisierte sich das Transportunternehmen von Adolf Pfister in Bözen auf die Kehrichtabfuhr. «Vieles war vor 50 Jahren noch anders», sagt Peter Pfister, der Sohn des Firmengründers, der das Familienunternehmen seit 1990 leitet und es 1995 übernommen und in P. Pfister AG umbenannt hat. Vor der Kehrichtabfuhr durch seinen Vater hätten Landwirte mit einem Kipper den Abfall abgeholt.

1968 organisierten sich dann die ersten Gemeinden in einem Verband und Vater Pfister holte den Abfall mit einem Lastwagen mit integrierter Presse ab. «Meist stand der Kehricht in Gefässen am Strassenrand», so Peter Pfister. «Oft in Abfalleimern, manchmal aber auch in 200-Liter-Fässern.» Vor allem Letzteres sei für die Belader mühsam gewesen und habe viel Muskelkraft erfordert.

Heute werden die Abfall-Container hydraulisch gehoben. Ohne Muskelkraft geht es aber immer noch nicht. «Die Leute versuchen, immer mehr in ihren Abfallsäcken unterzubringen, um das Geld für einen zusätzlichen Sack zu sparen», sagt Pfister. Gerade die 110-Liter-Säcke seien dabei ein grosses Problem. «Oft müssen die Belader einen Sack zu zweit ins Fahrzeug hieven.» Auch bei den kleineren Säcken sei eine Gewichtszunahme spürbar. «Früher konnten unsere Leute vier bis fünf Säcke mit einer Hand tragen, jetzt sind es manchmal noch einer oder zwei.»

Keine Kleindeponien mehr

Ebenfalls verändert hat sich der Zielort des Kehrichts. «Früher hatte fast jedes Dorf seine Kleindeponie, oft irgendwo abgelegen im Wald», so Pfister. Ab 1981 brachte die Kehrichtabfuhr die eingesammelten Abfälle dann in die Deponie Seckenberg, seit 1995 erfolgt der Transport in die Kehrichtverbrennungsanlagen Buchs und Turgi. «Für uns wurden damit die Fahrten länger und die Logistik aufwendiger», so Pfister.

Zu Beginn waren die beiden Belader, welche die Säcke ins Abfuhr-Fahrzeug werfen, stets dabei und machten auch die Fahrten nach Buchs mit. Heute – dank modernen Fahrzeugen mit abnehmbarem Heckteil und absetzbarer Mulde – kann der Chauffeur diese Fahrten alleine absolvieren. Und erst noch Schlacke von der Verbrennungsanlage in die Deponie transportieren.

Die Abfallmengen mit den Anfängen vergleichen, kann Pfister heute nicht mehr. «Zu Beginn gab es bei der Deponie Seckenberg noch keine Waage», sagt er. Man habe damals noch nach Volumen abgerechnet. In den letzten Jahr hat sich die Kehrichtmenge, welche die P. Pfister AG in den 29 von ihr betreuten Gemeinden abholt, bei rund 6400 Tonnen pro Jahr eingependelt. Das entspricht rund 155 Kilogramm pro Einwohner und Jahr.

Treue Mitarbeiter

Seit elf Jahren ist das Familienunternehmen – auch Peter Pfisters Ehefrau Vreni und sein Sohn Pascal sind in der Firma tätig – in Oeschgen ansässig. Der Entscheid habe sich bewährt, sagt Pfister. «Wir stiessen in Bözen platzmässig an unsere Grenzen und waren mitten im Wohngebiet.» Im Oeschger Gewerbegebiet habe man mehr Platz und erst noch die zentralere Lage. Täglich sind zwei Fahrzeuge auf Kehrichtsammeltour. Dazu kommen Grüngut-Touren an zwei Tagen, Leerungen von Unterflurcontainern und Schlacken-Transporte. Zehn Personen arbeiten fix im Unternehmen, die treusten seit 38 und 41 Jahren.

Zum Besseren gewandelt habe sich im Laufe der Zeit das Image der «Güselmänner», so Peter Pfister. Heute gebe es immer mehr Unternehmen, die im Bereich Kehricht oder Recycling tätig sind, sagt er. «Und schliesslich stehen wir ja im Dienst der Allgemeinheit.»

Dieser Allgemeinheit will die P. Pfister AG am Samstag mit einer kleinen Geste danken. Von 10 bis 17 Uhr findet auf dem Firmenareal in Oeschgen ein Tag der offenen Tür zum 50-Jahr-Jubiläum statt. Neben verschiedenen Fahrzeugvorführungen wird den Besuchern auch eine Wurst und ein Getränk offeriert.

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Marc Fischer

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