Fischingertal

85 Prozent sagen Ja zum Schulhausverkauf an Stiftung die MBF

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Das Oberstufenschulhaus in Mumpf kann für 9,3 Millionen Franken an die Stiftung MBF verkauft werden.

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Das Referendumskomitee ist enttäuscht über den Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal – die MBF-Stiftungsratspräsidentin dagegen zeigt sich erleichtert.

Der Schulverband Fischingertal kann das Oberstufenschulhaus für 9,3 Millionen Franken an die Stiftung MBF verkaufen. Dies ist seit der gestrigen Stimmenauszählung zur Referendumsabstimmung klar.
Bei einer Stimmbeteiligung von 49,8 Prozent votierten 85 Prozent gegen das Referendum und damit für den Verkauf.

Sogar in Mumpf – der Gemeinderat liebäugelte damit, dass Schulhaus zu übernehmen und dort eine Verbands-Primarschule unterzubringen – sprach sich die Bevölkerung mit 59,3 Prozent (232 von 391 Stimmen) für den Verkauf aus. In Obermumpf waren es 93,9 Prozent (398 von 424 Stimmen), die für den Verkauf votierten, in Schupfart waren es 94 Prozent (398 von 424 Stimmen) und in Wallbach 90, 1 Prozent (544 von 604 Stimmen), die gegen das Referendum stimmten.

Der Verkauf wird nun, wie geplant, per 30. April 2021 an die Stiftung MBF erfolgen. In dem Schulhaus will die Stiftung MBF die Heilpädagogische Schule (HPS) einrichten.

Hoffen auf eine gute ­Zusammenarbeit

Ursula Brun, Präsidentin des MBF-Stiftungsrates, zeigte sich nach der Abstimmung erleichtert. «Wir freuen uns, dass wir nun mit der HPS in Mumpf einen sehr guten Standort beziehen können.» Sie nehme zur Kenntnis, dass eine Minderheit das Schulhaus gerne behalten hätte, hoffe aber dennoch auf eine gute Zusammenarbeit mit den Mumpfer Behörden.

Hingegen enttäuscht über das Ergebnis ist Hanspeter Zingg vom Referendumskomitee. «Ich denke, dass bei der Abstimmung bei vielen das Geld durch den Verkauf die gewichtigste Rolle gespielt hat», sagt er. Dennoch sei er froh, dass nicht nur der Schulvorstand, sondern die Bevölkerung entschieden hat, was mit dem Oberstufenschulhaus passieren soll. «Das war ja unser primäres Ziel», sagt Zingg. Einen Vorwurf könne sich das Referendumskomitee in seiner Kampagne nicht machen.

«Unsere Argumente, die wir angebracht haben, konnten nicht widerlegt werden», sagt er. Etwa jenes, dass durch ein gemeinsames Primarschulzentrum in Mumpf, hohe Investitionskosten durch eine steigende Schülerzahl in den einzelnen Primarschulstandorten der Gemeinden hätten vermieden werden können, so Zingg.

OSZF-Schulverband sieht sich bestätigt

René Heiz, der den Schulverband OSZF mit Astrid Zeiner im Co-Präsidium führt, freut sich über den Entscheid. «Die Abstimmung ist nicht nur klar ausgefallen, sie basiert auch auf einer hohen Stimmbeteiligung. Somit wird der Entscheid des Schulverbandes auch von einer breiten Bevölkerung getragen», sagt Heiz.

Für die Deutlichkeit des Ausgangs macht er zwei Faktoren verantwortlich. Erstens wollten die Eltern in Obermupmpf und Schupfart, dass ihre Kinder ­teilweise weiterhin bei sich im Dorf die Primarschule besuchen können. Zweitens habe für viele der Abstimmenden das Thema ­Finanzen eine gewichtige Rolle gespielt. Neben dem Verkaufserlös, den die vier angeschlossenen Gemeinden erhalten, fallen für diese auch die jährlichen Abschreibungs- und Unterhaltskosten in Höhe von rund 425’000 Franken weg.

Heiz kann die Eltern verstehen, die froh darüber sind, dass nun ein zentraler Primarschulstandort in Mumpf vom Tisch ist. Zudem seien die Primarschulhäuser in Schupfart und Obermumpf noch gut in Schuss, da die Gemeinden in den letzten Jahren in die Primarschulhäuser investiert hätte. Deswegen machte es wenig Sinn, diese leerstehen zu lassen, so Heiz.

«Ausdruck eines demokratischen Willens»

Die Gemeinde Mumpf hat dazumal im OSZF-Schulverband gegen den Verkauf der Schulanlage an die Stiftung MBF gestimmt. Dies, um das OSZF-Schulhaus für die Talgemeinden zu erhalten. Daher habe man das Referendum auch unterstützt, sagt der Mumpfer Ammann Stefan Güntert. Enttäuscht über das Ergebnis der Abstimmung sei er jedoch nicht. «Ich sehe es als Ausdruck eines demokratischen Mehrheitswillens an.»

In Zukunft hiesse es für die Gemeinde zusammen mit der Schulpflege die Entwicklung der Schülerzahlen zu beobachten und basierend darauf das Primarschulhaus entsprechend zu sanieren oder zu erweitern, so Güntert.

Autor

Dennis Kalt

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