Die Distanz zwischen der nördlichen Grenze des Kantons Aargau und Hamburg beträgt rund 850 Kilometer. Dennoch zeigt der G20-Gipfel, der morgen Freitag, in der Hansestadt beginnt, auch hier seine Wirkung. Gemeint sind die verschärften Kontrollen der deutschen Bundespolizei, durch die es an den Grenzübergängen nach Badisch-Laufenburg, Badisch-Rheinfelden, Bad Säckingen und Waldshut zu längeren Wartezeiten kommt.

Bei ihren Kontrollen fordern die Beamten die Fahrer auf, ihren Reisepass oder ihre ID zu zeigen. Kontrolliert wird, ob die Insassen Waffen, Schlagwerkzeuge oder Vermummungsgegenstände bei sich haben. Gegen mögliche Gewalttäter wird ein Einreiseverbot verhängt. «Ist alles in Ordnung, geht die Kontrolle etwa 30 Sekunden», sagt Carolin Dittrich von der Bundespolizeiinspektion Weil am Rhein und schiebt nach: «Beeinträchtigungen für den grenzüberschreitenden Verkehr sind nur punktuell zu erwarten.»

Basel

Hohe Sicherheitskontrollen für Aktivisten auf dem Weg zum G20-Gipfel

Hohe Sicherheitskontrollen für Aktivisten auf dem Weg zum G20-Gipfel

Basel - 05.07.17 - Für den G20-Gipfel vom kommenden Wochenende reisen zehntausende Demonstranten nach Hamburg. Von Basel aus startete am Mittwoch ein Sonderzug mit G20-Gegnern aus der Schweiz. Die Aktivisten wurden im Badischen Bahnhof in Basel einer minuziösen Polizei-Kontrolle unterzogen. In Hamburg selber sind rund 20'000 Polizisten im Einsatz um Grössen der Weltpolitik wie den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu schützen.

Pannenstreifen für die Ausfahrt

Eine dieser Beeinträchtigungen zeigt sich am Grenzübergang auf der Autobahn in Rheinfelden am Feierabend. Zu diesem Zeitpunkt staut sich der Verkehr vom Zoll über die Autobahnausfahrt West auf den Pannenstreifen der Schweizer Autobahn zurück. Dies kann dazu führen, dass Autofahrer, welche die Ausfahrt Rheinfelden West nehmen wollen, den Rückstau auf den Pannenstreifen zu spät erkennen, stark abbremsen müssen, um sich einzuordnen und dadurch den nachfahrenden Verkehr gefährden.

«Dass es dort manchmal zu einem Rückstau bis auf die Autobahn kommt, ist bekannt», sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, schiebt jedoch nach: «Durch die kurze Distanz zwischen dem Grenzübergang und der Autobahnausfahrt verschärft sich die Rückstauproblematik nochmals.»

Massnahmen gegen die verschärfte Rückstauproblematik ergreift die Kantonspolizei jedoch keine: «Wir haben diverse Patrouillen im Einsatz, welche die Gegebenheiten beobachten. Wenn die Situation zu heikel wird, haben wir die Möglichkeit, vor Ort Geschwindigkeitsanzeigen oder Warnsignale aufzustellen», sagt Pfister.

Pendler brauchen Geduld

Am Zollübergang Stein/Bad Säckingen wurden gestern während des ganzen Tages Kontrollen von deutschen Zollbeamten durchgeführt. Am Nachmittag wurde vor allem die Geduld der Pendler aus Deutschland strapaziert, die sich nach ihrer Arbeit im Sisslerfeld auf den Nachhauseweg machten. Um 16.45 Uhr staute es sich bereits vom Zollübergang bis zum Kreisel kurz hinter der Novartis in Stein auf einer Länge von knapp drei Kilometern.