Frick

Ärger über Parkier-Wild-West am Juraweg – doch Gemeinde sieht keinen Handlungsbedarf

Die Kolonne mit parkierten Autos reichte fast bis nach Gipf-Oberfrick.

Die Kolonne mit parkierten Autos reichte fast bis nach Gipf-Oberfrick.

Bei Hochbetrieb in der Badi Frick parkieren die Autos auf der Strasse. Daran stören sich einige. Die Gemeinde sieht keinen Grund, zu handeln.

Der Post auf Facebook ist deutsch und deutlich: «Zustände sind das am Juraweg», moniert eine Userin. «Wo bleibt da noch Platz für die Fussgänger?» Drei Fotos illustrieren die «Zustände»: Sie zeigen, wie Autos Stossstange an Stossstange auf der schmalen Strasse parkiert sind – gerade so, dass ein Fahrzeug noch passieren kann. Kreuzen jedoch ist unmöglich und die Fussgänger müssen mitten auf der Fahrbahn gehen.

Der Grund für den stehenden Autokonvoi ist schnell gefunden: das Traumwetter am Sonntag. Es lockte viele Fricktaler in das Fricker Freibad Vitamare. So viele, dass die offiziellen Parkplätze nicht ausreichten und die Abkühlungshungrigen ihr Fahrzeug kurzerhand auf der Strasse hinstellten.

«Einzelereignisse»

«Das Schwimmbad verzeichnete am Sonntag einen Spitzentag mit über 2400 Gästen», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage. Eine so hohe Anzahl Gäste komme im Schnitt nur ein- bis zweimal pro Jahr vor. Verschärft habe die Parkplatzsituation zusätzlich die Verabschiedung von Pfarrer Thomas Sidler und der «Frickberg Cup» des Tennisclubs. Beide Anlässe fanden in unmittelbarer Nähe zum Freibad statt.

«Eine solche Kumulation von Anlässen in diesem Gebiet ist eine absolute Ausnahme», hält Widmer fest. Die Grösse der Parkierungsanlagen könne unmöglich auf solche aussergewöhnlichen Einzelereignisse ausgelegt werden. Die Gemeinde dürfe bei solch speziellen Konstellationen zudem «in der Regel auf das Verständnis der Anwohner zählen».

Parkier-Chaos auch am Hallwilersee:

Dichtestress am Hallwilersee

Die Sommerhitze trieb die Menschen am Wochenende in Scharen an den Hallwilersee – dort angekommen hatten sie Mühe, überhaupt aus dem Auto aussteigen zu können. Während die einen auf der Parkplatzsuche geduldig im Auto brüteten, parkierten andere kurzerhand auf den Wiesen. Sehr zu Ärger der Landwirte.

Den Vorwurf, das Freibad biete zu wenig Parkplätze und begünstige so ein Parkierungs-Wild-West, bestreitet Widmer. «Es trifft nicht zu, dass entlang des Jurawegs während der Ferien und an heissen Tagen generell durchgängig parkiert würde. Vielmehr reichen der Hauptparkplatz und die Zusatzplätze auf der Wiese in der Regel auch dann aus.»

Zudem, so hält der Gemeindeschreiber fest, sei das Parkieren auf einer Gemeindestrasse nicht generell verboten. «Vielmehr erlaubt das Strassenverkehrsgesetz das Parkieren auf der Strasse, wenn eine ausreichende Durchfahrtsbreite verbleibt, Signale und Markierungen es nicht verbieten und die Sichtzonen in Einmündungsbereichen gewahrt sind.» Die Forderung, die Gemeinde müsse einschreiten, kann Widmer zwar nachvollziehen, hält aber fest: «Der Gemeinderat kann nicht etwas verbieten, was vom Gesetz her erlaubt ist.»

Kein Trottoir geplant

Was die Gemeinde allerdings tun könnte, ist, die Strasse mit einem Trottoir zu versehen. Dazu müsste sie allerdings verbreitert werden. Auch diese Forderung taucht auf Facebook immer wieder auf. «Die Investitionsplanung der nächsten Jahre enthält etliche Projekte mit hohen Kosten und starker Priorität wie zum Beispiel die Sanierung des Freizeitzentrums Vitamare oder auch den Ausbau des Bushofs mit rückwärtiger Erschliessung des Bahnhofs sowie durchgängiger Personenunterführung», hält Widmer dazu fest.

Eine Sanierung des Jurawegs sei aus diesen Gründen nicht in der Planung enthalten. «Unabhängig davon soll der Juraweg nicht zu einer zweiten Ortsverbindungsstrasse nach Gipf-Oberfrick ausgebaut werden.» Denn eine breitere Strasse lockt automatisch mehr (Schleich-)Verkehr an.

Am Sonntag begegnete einem rund um das Freibad noch ein anderes, akustisches Phänomen: In schöner Regelmässigkeit wurden Automobilisten über Lautsprecher aufgefordert, ihr Fahrzeug umzuparkieren. «Die heissen Tage bringen es ab und zu mit sich, dass es einzelnen Automobilisten nicht schnell genug gehen kann, um ins kühle Nass zu gelangen, und dass sie so beim Parkieren zum Beispiel die Notfallzufahrt oder anderen Autos die Wegfahrt versperren», sagt Widmer. «Lautsprecherdurchsagen sind dabei ein kostenloses und wirksames Mittel dagegen.» Sein Tipp: «Wer mit dem Auto kommt, sollte gerade an heissen Tagen einen besonders kühlen Kopf bewahren, die Strassenverkehrsregeln beachten und den anderen Verkehrsteilnehmenden rücksichtsvoll begegnen.»

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