Fricktal

Alarmierung direkt im Magazin

Wenn Telefone nicht funktionieren, sind mehrere Fricktaler Feuerwehren im Magazin präsent.

Wenn Telefone nicht funktionieren, sind mehrere Fricktaler Feuerwehren im Magazin präsent.

Nach Swisscom-Ausfällen reagiert die Feuerwehr Möhlin-Zeiningen mit neuem Notfallkonzept.

Innerhalb von nur einem Monat kam es bei der Swisscom zu zwei grossen Pannen, beide Male war auch die Kantonale Notrufzen­trale im Aargau betroffen. Die Feuerwehr Möhlin-Zeiningen präsentiert nun als Folge davon ein neues Notfallszenario. «Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass die Problematik vorhanden ist, dass die Feuerwehr nicht über die Notrufnummer 118 alarmiert werden kann», sagt Kommandant Richard Urich. Deshalb habe man nun ein neues Notfallszenario ausgearbeitet.

Die Bevölkerung wird gebeten, eines der beiden Feuerwehrmagazine aufzusuchen, wenn es zu einem Ernstfall während eines Telefonieausfalls kommt. «Wenn wir feststellen, dass das Telefonnetz nicht funktioniert, gehen die Offiziere in die Magazine», so Urich. Man habe das Glück, dass mehr als 50 Prozent der Feuerwehrleute in den beiden Gemeinden arbeiteten, so der Kommandant ­weiter. Die Offiziere würden dann bei einem Ernstfall die restliche Mannschaft mittels ­Sirenen alarmieren.

Zwei Konzepte werden ­derzeit überarbeitet

Die Stützpunktfeuerwehr Frick wendet dieses Konzept schon länger an, wie Kommandant ­Andreas Fahrni sagt. Die Be­völkerung werde auch regelmässig daraufhingewiesen. Schliesslich stünden die Kommandanten gemäss Feuerwehrgesetz in der Pflicht, die Alarmierung stets sicherzustellen. Eine gewisse Schwierigkeit bestehe vor allem nachts darin, festzustellen, dass ein längere Strom- oder Telefonieausfall vorliege, räumt Fahrni ein.

Zur Alarmierung der Mannschaft stehen in Frick laut ­Fahrni verschiedene Optionen zur Verfügung, etwa netzunabhängige Meldeempfänger, die mit dem Handfunkgerät avisiert werden können und die Sirene auf dem Magazin. Zudem hat man eine Route erarbeitet, die man abfahren würde, um die Feuerwehrleute zu alarmieren.

Auch bei der Feuerwehr Oberes Fischingertal wird seit einigen Jahren das Magazin besetzt, wenn es zu Netzpannen oder längeren Stromausfällen kommt, wie Kommandant ­Thomas Stocker ausführt. Die Mannschaft würde im Ernstfall mit Sirenen alarmiert. Wenn das vom Kanton geplante Konzept mit Notfalltreffpunkten umgesetzt wird, werde die Feuerwehr wohl dort statt im Magazin vor Ort sein, so Stocker und Fahrni.

Auch Markus Schär, Kommandant der Feuerwehr Wittnau, spricht die geplanten neuen Notfalltreffpunkte an. Man sei gerade dabei, ein neues Notfallkonzept zu erarbeiten, so Schär, und die Treffpunkte spielten dabei sicher eine Rolle. Das neue Konzept erarbeite man nicht aufgrund der jüngsten Ereignisse, so Schär. «Wir sind schon länger dran, aber jetzt ist die Priorität gestiegen.»

In den nächsten Wochen soll das Konzept deshalb veröffentlicht werden. Wichtig sei, dass es gut auf die Gemeinde abgestimmt sei. Aktuell könne sich die ­Bevölkerung bei Störungen zu Bürozeiten bei der Gemeindeverwaltung melden, so Schär. Zudem seien die Handy-Nummern von Kommandant und ­Vize-Kommandant online und in Papierform publiziert.

Wie in Wittnau wir derzeit auch in Rheinfelden das Notfallkonzept «von Grund auf neu aufgebaut», wie Feuerwehrkommandant Marc Leber sagt. Mitte Jahr sollen die neuen ­Abläufe veröffentlicht werden. Aktuell kann die Feuerwehr Rheinfelden bei einem Ausfall der Telefonie oder der Kantonalen Feueralarmstelle tagsüber im Feuerwehrmagazin erreicht werden. Zudem sind im Internet die Nummern von mehreren Kaderleuten publiziert. Zudem lautete die interne Regel, dass sich die Offiziere zehn Minuten nach einem Stromausfall im Magazin einfinden, so Leber. Von dort könnte die Mannschaft mittels Lautsprecherwagen alarmiert werden.

Neben dem eigenen neuen Notfallkonzept nimmt Marc Leber aber auch die Swisscom in die Pflicht, dass solche grossen Pannen nicht mehr vorkommen. «Zudem erwarte ich, dass die Politik bei der Swisscom vorstellig wird», so der Rheinfelder Feuerwehrkommandant.

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