Kritische Stimmen in Schupfart: Anwohner wehren sich gegen den vorgesehenen Bau einer Mobilfunkantenne von Orange mitten im Dorf. «Ich reiche eine Einsprache ein, weil ich gesundheitliche Schäden für uns Anwohner befürchte», sagt Isabella Carlone, die mit ihrer Familie an der Eigasse wohnt.

Luftlinie sind es bis zum Dach des Mehrfamilienhauses auf der gegenüberliegenden Strassenseite, wo die fünf Meter hohe Antenne errichtet werden soll, keine fünfzig Meter. «Wir bekommen die volle Strahlung ab. Vor den Auswirkungen habe ich sehr grosse Angst.»

Familie Carlone hat drei Töchter, eine Nachbarin mit einem Kleinkind ist schwanger. An der Eigasse leben weitere Familien mit Kindern. «Einspracheberechtigt sind alle, die innerhalb von 874 Metern vom Antennenstandort entfernt wohnen. In diesem Radius befinden sich der Kindergarten und die Schule. Dagegen muss man sich doch wehren», so die aufgebrachte Isabella Carlone.

«Unsere Existenz ist bedroht»

«Wir wohnen seit zehn Jahren hier und sehen unsere Existenz bedroht. Denn es ist zu befürchten, dass unsere Liegenschaft eine Wertverminderung um bis zu 40 Prozent erfährt, wenn die Antenne an der Eigasse zu stehen kommt», schätzt die besorgte Anwohnerin.

«Kommt hinzu, dass in der Umgebung niemand vor der Antenne geschützt wäre, sowohl im Garten als auch in den Häusern.» Sie würde mit der Familie nur ungern wegziehen, hat doch ihr Mann Michael sehr viel selber zum Umbau des ehemaligen Bauernhauses beigetragen und viel Herzblut hineingesteckt, sagt sie. «Die Fassade ist neu, weshalb wir für allfällige Strahlenschutznetze nicht schon wieder Geld ausgeben möchten.»

Aus verschiedenen Kontakten mit Nachbarn und weiteren Dorfbewohnern schliesst Isabella Carlone, «dass kaum jemand von der Ausschreibung des Baugesuchs, das bis zum 7.  April öffentlich aufliegt, Kenntnis genommen hat.» Das sei sehr erschreckend.

Inzwischen regt sich aber immer mehr Widerstand gegen die Antennenpläne: «Bei einem Nachbarn findet ein Treffen von Anwohnern statt, wo Einzel- und Sammeleinsprachen das Thema sind. Wir wollen uns gegen die Mobilfunkantenne wehren», so Isabella Carlone.

Gemeinderat lehnt Gesuch ab

Dass Mobilfunkanbieter im Dorfzentrum von Schupfart Antennenstandorte suchen, um ihren Kunden einen besseren mobilen Empfang bieten zu können, ist nicht neu, sagt Gemeindeammann Bernhard Horlacher: «Letztes Jahr lehnten wir ein Gesuch ab für eine Antenne auf dem Kindergartengebäude und die Kirchenpflege wies die Pläne für eine Antenne im Kirchturm zurück.» Wie ist die Meinung des Gemeinderats zum aktuellen Baugesuch? «Wir sind der Meinung, eine solche Antenne gehört nicht ins Dorf und lehnen das Baugesuch ebenfalls ab», so Horlacher.