Die aufgestellten Zelte verraten es Passanten und Autofahrern schon am Montag früh: Im Gebiet Gänsacker in Frick graben Kantonsarchäologen wieder nach Überresten einer römischen Siedlung.

Seit gut einem Jahr ist bekannt, dass im Fricker Gebiet Gänsacker einst ein römischer Vicus - also eine römische Siedlung - stand. Sondierungen im Vorfeld der Überbauung «Im Baumgarten» hatten damals zahlreiche Funde zu Tage gebracht.

Regionales Zentrum

Unter anderem fanden die Archäologen die Überreste einer Feuerstelle sowie von Ausfallstrassen und Gebäuden. Entlang der Hauptstrasse wurden Überreste von römischen Bauten aus Stein, Holz und Lehm entdeckt. Weiter weg von der Hauptstrasse sind es Gärten und Handwerker-Bauten. «Wir wissen, dass es sich bei der Siedlung in Frick um ein regionales Zentrum handelte», sagt Kantonsarchäologe Georg Matter.

Bis jetzt konnte die römische Siedlung jedoch nur punktuell erfasst werden. So sind weder ihr antiker Name noch ihre historische Bedeutung bisher bekannt. Das soll sich nun ändern.

Zehnmonatige Ausgrabungen

Eine zwölfköpfige Grabungsmannschaft will die 1500 Quadratmeter grosse Fläche in zwei Etappen unter die Lupe nehmen. Bis Ende August 2014 werden die Grabungen aller Voraussicht nach dauern.

Die Ausgrabung ermögliche es, einen grossen zusammenhängenden Siedlungsabschnitt zu untersuchen, sagt Matter. Er erhofft sich genauere Aufschlüsse über die Datierung der Besiedlung. Bis jetzt deuten verschiedene gefundene Schichten darauf hin, dass in Frick über mehrere Generationen Römer lebten.

Die Kantonsarchäologie verspricht sich neue Erkenntnisse über die Siedlungsgeschichte und insbesondere über die strukturelle Entwicklung eines römischen Quartiers an der Kreuzung zweier mutmasslicher Ausfallstrassen.

Fundstelle kontrolliert zerstört

Finanziert wird die Ausgrabung im Gänsacker mittels eines einmaligen Kleinkredits durch den Kanton. Diesen hatte der Regierungsrat im Frühjahr gesprochen. Insgesamt, hiess es damals, werde die Ausgrabung rund 1,46 Millionen Franken kosten. «So grosse Grabungen sind selten», sagt Matter.

Derzeit ist nicht vorgesehen, dass die baulichen Überreste physisch für die Nachwelt erhalten bleiben. «Schicht für Schicht wird abgetragen und dokumentiert», erklärt Matter. «Sollte doch ein spezielles Fundstück auftauchen, würde ein Erhalt natürlich geprüft.»