Frick

Asylunterkunft «Container-Dörfli» ist eröffnet – erste Bewohner ziehen ein

Die ersten 30 Asylsuchenden haben am Mittwoch die Wohncontainer im A3-Werkhof bezogen, darunter auch diese drei Afghanen.

Die ersten 30 Asylsuchenden haben am Mittwoch die Wohncontainer im A3-Werkhof bezogen, darunter auch diese drei Afghanen.

Die ersten 30 Asylsuchenden sind im ehemaligen A3-Werkhof eingetroffen – weitere folgen in einer Woche. Das «Container-Dörfli» bietet bis zu 180 männlichen Asylsuchenden Platz und ist damit die grösste Asylunterkunft im Kanton.

Ins «Container-Dörfli» im ehemaligen A3-Werkhof ist Leben eingekehrt: Am Mittwoch sind die ersten 30 Asylsuchenden in die Unterkunft eingezogen. «Der Bezug verlief problemlos und plangemäss», erklärt Anja Kopetz, stellvertretende Pressesprecherin im Departement Gesundheit und Soziales auf Anfrage. «Die Asylsuchenden wurden von den Betreuenden instruiert und unter anderem über die Hausordnung sowie über lokale Begebenheiten informiert», so Kopetz. Die Hausordnung sieht beispielsweise vor, dass die Asylsuchenden Besucher anmelden müssen.

Die kantonale Unterkunft, die bis zu 180 Asylsuchenden Platz bietet und damit ab Juni die grösste Asylunterkunft im Kanton ist, ist eine reine Männerunterkunft. Die ersten Bewohner sind zwischen 18 und 50 Jahre alt und stammen aus Eritrea, Afghanistan, Sudan, Äthiopien und Ghana. Sie wurden am Mittwoch aus verschiedenen kantonalen Unterkünften nach Frick verlegt.

In Frick leben sie in 41 Wohncontainern, die in den langgezogenen Hallen des ehemaligen Autobahnwerkhofes aufgestellt wurden. Die Container hat der Kanton den SBB abkauft; sie dienten beim Bau des Gotthard-Basistunnels als Unterkunft für die Arbeiter.

Betreut werden die Asylsuchenden von der ORS Service AG. «Tagsüber sind drei Betreuungspersonen vor Ort, nachts jeweils zwei», sagt Kopetz. Für die Verpflegung sind die Asylsuchenden selber verantwortlich. Ihnen stehen zwei je 70 Quadratmeter grosse Koch- und Essräume zur Verfügung. Diese hat das Buchser Start-up-Unternehmen Boxs AG gebaut. Für ihren Lebensunterhalt bekommen die Asylsuchenden zehn Franken pro Tag; einmal im Monat gibt es zudem 20 Franken Kleidergeld.

Beim Kanton rechnet man damit, dass die Unterkunft innert weniger Wochen weitgehend ausgelastet sein wird. «Weitere Belegungen folgen wöchentlich jeweils mittwochs», erklärt Kopetz. Wie gross die künftigen Bezugsetappen sein werden, lässt sich laut Kopetz nicht beziffern. Dies werde auch variieren.

In der Fricker Bevölkerung löste die Asylunterkunft, die am Rand des Dorfes, einige hundert Meter von bewohntem Gebiet entfernt liegt, bislang kaum negative Wortmeldungen aus. «Reaktionen aus der Bevölkerung sind uns zum jetzigen Zeitpunkt keine bekannt», sagt Kopetz.

Drei Jahre in Betrieb

Dies liegt zum einen sicher an der dezentralen Lage der Unterkunft, zum anderen aber auch an der positiven Haltung des Gemeinderates der Asylunterkunft gegenüber. Für Gemeindeammann ist die Unterbringung von Asylsuchenden «eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft», zu der Frick ihren Beitrag leiste. Nur einmal, Anfang März, gab es einen kurzen Aufschrei seitens der SVP. Die Universität Zürich kam in einem Rechtsgutachten zum Schluss, Gemeinden, Kanton und Bund schränken die Grundrechte der Asylsuchenden zu sehr ein, wenn sie vorsorgliche Rayonverbote erlassen. Die SVP Frick befürchtete deshalb, das Fricker Freibad könnte zu einer «Schönwetter-Filiale» der Asylunterkunft werden und forderte Massnahmen.

In Betrieb sein wird die Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof bis 2020; die Gemeinde hat die Nutzung als Asylunterkunft auf drei Jahre befristet. Was danach mit dem ehemaligen Werkhof passiert, ist noch offen. Der Kanton möchte darin das Kantonale Katastrophen Einsatzelement unterbringen. Dagegen wehren sich die Gemeinde Frick und der Planungsverband Fricktal Regio. Ihr Tenor: Es wäre eine Vergeudung, wenn man die Liegenschaft, die direkt am Autobahnanschluss nach Basel und Zürich liegt, nur für das Einlagern von Beaver-Schläuchen nutzt. Daniel Suter und Fricktal Regio schwebt eine gewerbliche Nutzung vor.

Der Kanton hat unter der Telefonnummer 062 552 03 21 eine Hotline für Fragen und Anliegen aus der Bevölkerung eingerichtet.

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