Fricktal
Auch in Alterszentren ist Feriensaison

Derzeit herrscht eine grosse Nachfrage an Kurzzeitbetten in Fricktaler Alterszentren. Ein Ausbau der Bettenzahl ist aber nicht geplant.

Marc Fischer
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Sechs Ferienbetten gibt es im Alterszentrum Bruggbach in Frick. Sie sind etwa zu 80 Prozent ausgelastet.

Sechs Ferienbetten gibt es im Alterszentrum Bruggbach in Frick. Sie sind etwa zu 80 Prozent ausgelastet.

Marc Fischer

«Gerade jetzt vor den Sommerferien ist die Nachfrage hoch», sagt Judith Dominguez, Zentrumsleiterin des Wohn- und Pflegezentrums Stadelbach in Möhlin. Doch die Nachfrage unterliege Schwankungen. Die Rede ist von Ferienzimmern in Alterszentren. Sie werden für einen kurzen Zeitraum gebucht, wenn die Angehörigen, welche die Senioren im Normalfall pflegen, verreisen. «Oftmals sind es Ehepartner, die ihren Mann oder ihre Frau das ganze Jahr über betreuen und dann einmal ein paar Tage Urlaub brauchen.»

Andre Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF), der die Alterszentren Bruggbach in Frick und Klostermatte in Laufenburg führt, nennt neben der Entlastung der Angehörigen noch weitere Gründe. «Personen, die sich überlegen, in ein Pflegeheim zu ziehen, nützen die Ferienzimmer zum Probewohnen», so Rotzetter. Zudem würden sie zur Überbrückung bei speziellen gesundheitlichen Problemen genutzt.

Auslastung rund 80 Prozent

Der VAOF bietet in seinen beiden Alterszentren gesamthaft 211 Pflegebetten. Davon sind sieben Ferienbetten – sechs im Frick und eines in Laufenburg. In Möhlin ist eines der 91 Einzelzimmer ein «reguläres Ferienzimmer», wie Judith Dominguez sagt. «Wenn jedoch eine grössere Nachfrage herrscht und nicht alle Zimmer besetzt sind, werden Kurzzeitgäste auch man in normalen Zimmern untergebracht, um die Auslastung zu steigern», so Dominguez.

Eine Mindestaufenthaltsdauer oder andere Einschränkungen für die Nutzung von Ferienszimmern gibt es weder beim VAOF noch im Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach. Gemäss kantonalen Vorgaben seien Kurzzeitaufenthalte bis 90 Tage möglich, so Dominguez. «Die meisten mieten die Ferienzimmer jedoch für eine bis drei Wochen.»

Die Auslastung des Ferienzimmers beziffert Dominguez übers ganze Jahre gesehen auf «70 bis 80 Prozent». Auch Andre Rotzetter spricht für die sieben Betten in Frick und Laufenburg von einer 80-prozentigen Auslastung.

Kein Ausbau der Ferienbetten

Der VAOF hat jüngst seine Tarife erhöht, da die Auslastung der 211 Betten rückläufig war. Von nahezu 100 Prozent sank sie im vergangenen Jahr teilweise auf unter 95 Prozent. Mittlerweile ist sie wieder angestiegen und beträgt gemäss dem VAOF-Geschäftsführer derzeit rund 97 Prozent. Wäre es vor diesem Hintergrund eine Option, die Anzahl der Ferienzimmer zu erhöhen und so die Auslastung zu steigern? «Die Situation ist noch nicht so, dass grundsätzlich die Ferienbettenzahl erhöht wird», betont Rotzetter und führt dafür zwei Gründe an.

Einerseits seien Ferienbetten voll möbliert, während die Bewohner, die dauerhaft ins Altersheim ziehen, ihre persönlichen Möbel und Einrichtungsgegenstände mitbringen. Andererseits habe der VAOF «vor allem im Bereich der Zimmer für Menschen mit einer Demenzerkrankung Auslastungsprobleme». Aktuell seien aber auch die Betten in dieser Abteilung wieder belegt.

Das Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach weist fürs Jahr 2018 bislang gar eine Auslastung von 100 Prozent aus. Auch hier ist derzeit kein Ausbau der Ferienbettenzahl geplant, obwohl Judith Dominguez «eine Tendenz hin zum Unverbindlicheren» festgestellt hat. «Es gibt vermehrt Menschen, die einige Monate zum Test kommen oder während eines Umbaus zwischenzeitlich ins Alterszentrum ziehen», sagt sie.