«Schiff ahoi!», heisst es seit dem 1. April für die Fähre, die zwischen Kaiseraugst und dem Rheinfelder Ortsteil Herten, den Rhein quert. Rund fünf Minuten dauert die Überfahrt, sofern nicht gerade ein Frachter oder die Basler Personenschifffahrt die Route der Fähre kreuzt. «Da müssen wir mit unserem bis zu zehn km/h schnellen Boot selbstverständlich Vorfahrt gewähren», sagt Max Heller, Präsident der Fährenkommission, der als einer von 16 Fährmännern in dieser Saison am Steuer steht.

Verhehlen kann Heller nicht, dass das trübe Wetter bisher noch nicht viele Menschen auf die Fähre gelockt hat. «Momentan sind wir in der Phase, in der wir die Saisonkarten absetzen». 17 Stück hat die Ortsbürgergemeinde, welche die Fähre betreibt, bisher verkauft. In der letzten Saison waren es knapp 50. Insgesamt fuhren in der Saison 2018 rund 6500 zahlende Gäste mit der Fähre, was «wenige Hundert» mehr sind als in einem Durchschnittsjahr, so Heller. «Wir hatten Glück mit dem Wetter – besonders mit dem trockenen und warmen Herbst.»

Holzkohle-Grills für die Fähre

Natürlich hat Heller nichts dagegen, wenn die Fährmannschaft in dieser Saison mehr Passagiere auf der Fähre begrüssen darf. Hierzu hat er sich ein neues Angebot einfallen lassen: Barbecue auf den Rhein. So sollen kleine mobile Holzkohlegrills aufgestellt werden, auf die je vier Personen Grillgut von einer gemischten Fleischplatte nach ihrem Gusto auflegen können.

Vier dieser rund zweistündigen Barbecue-Fahrten sollen angeboten werden. «Wir befinden uns kurz vor dem Abschluss der Detailplanungen», so Heller, der nachschiebt, dass man ursprünglich Gasgrills verwenden wollte. Hierzu hätte die Ortsbürgergemeinde jedoch gemäss Vorschriften eine Flüssiggasanlage in die 60 Jahre alte Fähre einbauen müssen. «Dies wäre den Aufwand nicht wert gewesen», so Heller.

Wie im letzten Jahr werden auch in dieser Saison wieder acht Fondue-Fahrten angeboten. Die verschiedenen Käsemischungen werden dabei im typischen Caquelon kredenzt. «Es ist schon etwas besonders im Sommer im T-Shirt und kurzen Hosen ein Fondue zu geniessen», sagt Heller.

Rechnen würde sich der Fährbetrieb für die Ortsbürgergemeinde nicht. Im Gegenteil: Das jährliche Defizit, das sie für den Betrieb übernimmt, bewegt sich um die 30 000 Franken. Den grössten Posten auf der Ausgabenseite stellt das Personal dar. «Ehrenamtlich finden wir nicht die Anzahl der Fährmänner, die wir für den Betrieb brauchen», sagt Heller. Um die Zahlen ginge es jedoch nicht, vielmehr um das Weiterführen einer Tradition, die seit dem frühen 19. Jahrhundert besteht. Zudem: «Viele Menschen integrieren die Fähre in Touren und Ausflüge, um die Natur geniessen zu können», so Heller.