Das Rätselraten ist seit heute zu Ende: Der «Rebstock» in Frick bleibt definitiv ein Restaurant. Die Gemeinde als neue Besitzerin des altehrwürdigen Hauses hat in den letzten Wochen und Monaten Gespräche mit mehreren potenziellen Wirten geführt – und sich nun für Samet Rustemi, der in Frick lebt, entschieden.

Damit erfährt der «Rebstock», den es seit 1086 gibt, eine neuerliche kulinarische Wende: Nach einer langen Zeit mit klassischer Schweizer Küche und einem mehrjährigen Abstecher unter dem letzten Wirt, Reto Bürgi, in den asiatischen Raum wird die Traditionsbeiz nun zu einer Pizzeria: Rustemi führt seit 17 Jahren den «Hirschen» in Gipf-Oberfrick und hat sich mit seinen Pizzen unter der Marke «Pizzeria Argovia» in der Region einen Namen gemacht.

In Frick will Rustemi, der in Mazedonien geboren wurde und seit 2006 Schweizer ist, eine «Pizzeria plus» betreiben. Neben italienischen Gerichten, die bei ihm aktuell rund 90 Prozent der Karte ausmachen, setzt er auch auf traditionelle, gutbürgerliche Schweizer Küche. «Dieser Teil wird rund 20 Prozent meines Angebots ausmachen», schätzt Rustemi. Ebenfalls beibehalten will er seinen Pizza-Hauslieferdienst.

Die Mitarbeiter wechseln zusammen mit ihm nach Frick; zwei Restaurants zu führen, stand für Rustemi nicht zur Diskussion. Er selber sieht sich im Team als «Mann für alle Fälle», der dort einspringt, wo es gerade nötig ist. Bei Banketten wird er das Team mit Aushilfen verstärken.

Rustemi freut sich «riesig» auf den Wechsel. «Ich habe die Chance, meine Pizzeria in einer grösseren Gemeinde und an einer sehr guten Lage zu eröffnen», sagt er. Er lacht. «Und ich bekomme ein neues Lokal.» Denn die Gemeinde, die den «Rebstock» im Dezember 2015 für 1,65 Millionen Franken gekauft hat, wird ihn in den nächsten Monaten für 1,27 Millionen Franken renovieren. Neben Investitionen in den Werterhalt bekommt der «Rebstock» eine neue Küche samt Kühlanlagen und Buffet. Für die Gemeinde sei der Eröffnungstermin vom 1. Oktober optimal, sagt Gemeindeammann Daniel Suter. «So bleibt uns genügend Zeit, um den Umbau vorzunehmen.»

Ein Gastgeber mit Leib und Seele

Von der Grösse her ist der «Rebstock» laut Rustemi vergleichbar mit dem «Hirschen», der innen 70 und auf der Terrasse 90 Plätze bietet. Doch der «Rebstock» hat einen entscheidenden Vorteil: Er verfügt über einen Saal, den Rustemi «möglichst oft, am liebsten an jedem Tag» frequentiert sehen möchte. Den Saal können Vereine aus Frick und der Region für ihre Veranstaltungen buchen, er steht ihnen aber auch nach Proben und Trainings als Treffpunkt zur Verfügung.

«Uns war es wichtig, dass auf den ‹Rebstock› ein Wirt kommt, der für die Fricker Bevölkerung da ist und nicht jemand, der den Gourmetbereich abdecken will», sagt Suter. Da sei Rustemi «die optimale Wahl», ist Suter überzeugt. Er sei mit Leib und Seele Gastgeber, so Suter. Er pflege die Gastfreundschaft nicht nur, er lebe sie. Dass er wirten kann, habe Rustemi in Gipf-Oberfrick bewiesen.

Das Gerücht, dass der «Rebstock» zur Pizzeria wird, kursierte in Frick bereits seit einigen Wochen. Die Frage, die sich sofort anschloss: «Brauchen wir wirklich noch eine weitere Pizzeria?» Suter lässt den Einwand nicht gelten. «Die italienische Küche funktioniert. Das zeigt, dass es ein Bedürfnis ist.» Zudem biete Rustemi auch Schweizer Gerichte an. Und: «Er ist kein neuer Player, sondern er ist in der Region schon verankert.»

Suter hat «ein gutes Gefühl», dass der «Rebstock» unter Rustemi florieren wird. Er ist überzeugt: «Die Fricker werden ihm eine Chance geben.»