Gipf-Oberfrick

Ausgerechnet vor neuem Einbürgerungsanlauf: Nancy Holten protestiert gegen die Jagd

Nancy Holten protestiert auf einem Hochsitz gegen die Jagd.

Nancy Holten protestiert auf einem Hochsitz gegen die Jagd.

Nancy Holten protestierte – Wind und Wetter trotzend – auf einem Hochsitz gegen die Jagd. Tiere seien ihr wichtiger als ihre Einbürgerung, sagt die Aktivistin.

Sie kann – und will – es nicht lassen: Die Gipf-Oberfricker Tierschutzaktivistin Nancy Holten machte am Freitagnachmittag einmal mehr mit einer Aktion auf sich und ihre Anliegen aufmerksam.

Wind und Wetter trotzend protestierte sie auf einem Hochsitz am Sinnespfad in Gipf-Oberfrick gegen die Jagd. Aufschriften wie «Leben und leben lassen» und «Jagd ist unmenschlich» auf einem riesigen Leintuch sollten die Menschen, vor allem die Jäger, zum Nachdenken anregen.

«Die Jagd ist unnötig, bedeutet für die Tiere grossen Stress und bringt keinerlei Lösung», so Holten. «Wenn ich im Wald einen Schuss höre, dann blutet mir jedes Mal das Herz.» Holten plädiert dafür, dass sich Raubtiere wie Wolf und Luchs in der Schweiz wieder ansiedeln. «Dann würde sich die Jagd als Mittel zur Bestandsregulierung beim Wild nämlich erledigen.»

Tierschutzaktivistin Nancy Holten über ihre Motivation

Tierschutzaktivistin Nancy Holten über ihre Motivation

Zweiter Anlauf für Einbürgerung

Vom örtlichen Jagdverein hatte die 42-Jährige das Einverständnis für die Benützung des Hochsitzes für den Protest erhalten. Viele Freunde und Bekannte hatten ihr allerdings davon abgeraten.

Schliesslich steht am kommenden Freitag ein wichtiger Termin an: An der Gemeindeversammlung entscheiden die Gipf-Oberfricker Stimmberechtigten über Holtens Einbürgerung.

Zur Erinnerung: Im ersten Anlauf genau vor einem Jahr verwehrten die Stimmberechtigten der Holländerin nach einer emotionalen Debatte den Schweizer Pass.

Nancy Holten: Einbürgerung abgelehnt

Nancy Holten: Einbürgerung abgelehnt (November 2015)

Mit diversen radikalen Verbots-Forderungen wurde sie bekannt und berüchtigt. Jetzt kommt die eindeutige Retourkutsche.

«Hätte ich wegen der Versammlung auf den Protest verzichtet, wäre das berechnend gewesen. Ich möchte mir aber selber treu bleiben», sagt Holten. «Die Tiere sind mir wichtiger als die Einbürgerung.» All zu grosse Chancen auf die Einbürgerung rechnet sie sich auch im zweiten Anlauf nicht aus – Protest gegen die Jagd hin oder her: «Ich habe in den vergangenen Wochen im Dorf zwar viel Zuspruch erhalten. Die Chancen stehen aber wohl höchstens bei 30 Prozent.»

Der Diskussion an der Gmeind möchte sie sich wieder stellen. «Was ich mir wünsche, ist, dass der Gemeinderat dieses Mal für einen sachlichen Ablauf sorgt», sagt sie.

Meistgesehen

Artboard 1