Wegenstetten

Aussenstandort bleibt Thema

Das Oberstufenschulhaus in Wegenstetten. (Archiv)

Das Oberstufenschulhaus in Wegenstetten. (Archiv)

Die Gemeinden im Möhlintal kämpfen um den Oberstufenstandort – und blicken dabei über die Gemeindegrenzen hinaus.

Ja, natürlich ist Kathrin Hasler enttäuscht. Die SVP-Grossrätin und Frau Gemeindeammann von Hellikon hatte in einer Motion gefordert, die Dauer der Ausnahmeregelung für kleine Oberstufenstandorte, welche die Mindestvorgaben von sechs Sekundar- und Realschulabteilungen nicht erfüllen, von zwei auf sechs Jahre zu verlängern. Der Grosse Rat aber lehnte die Motion Ende Mai ab. «Diese sechs Jahre hätten uns Zeit verschafft», sagt Hasler. Zeit im Kampf um den Oberstufenstandort Wegenstetten.

Zur Erinnerung: Seit über einem Jahr kämpfen die Talgemeinden Zeiningen, Zuzgen, Hellikon und Wegenstetten um den dortigen Standort – seit die Gemeinde Möhlin beschlossen hatte, ab 2021 keine Oberstufenschüler mehr nach Wegenstetten zu schicken. Den Kampf aufgeben wollen die Gemeinden (noch) nicht, auch nicht nach dem Entscheid aus Aarau.

«Abklärungen laufen»

«Klar hätte die längere Ausnahmeregelung geholfen», sagt Hasler. Sie spricht etwa von mehreren Bauprojekten im Dorf und im Tal und davon, dass «die Schülerzahlen in den nächsten Jahren steigen werden». Ob das allerdings für einen Oberstufenstandort reichen würde, ist fraglich. Trotzdem sagt Hasler: «Der Entscheid ist vom Kanton zu kurzfristig gedacht.» Ausserdem kritisiert sie, dass in Wegenstetten ein Leerstand drohe, während in Möhlin neuer Schulraum gebaut werde. Ein Argument, das sie schon in den Diskussionen mit Möhlin vorgebracht hatte – allerdings vergeblich.

Nun sei man daran, zu prüfen, «ob es eine andere tragbare Lösung gibt und wie diese aussehen könnte», sagt Hasler. Eine Idee ist es, die Oberstufe in Wegenstetten als Aussenstandort einer anderen Schule zu führen. Möhlin hat diesen Vorschlag bereits abgelehnt, aber: Die Gemeinden im Wegenstettertal blicken wohl auch andernorts über die Gemeindegrenzen hinaus. «Wir sind auf der Suche nach einem Partner. Konkrete Abklärungen laufen», sagt Hasler, ohne aber einen Namen zu nennen.

«Leerstand ist sekundär»

Für Kathrin Hasler kommt nur eine Lösung infrage, die auch für die Schülerinnen und Schüler Sinn macht. «Es geht nicht darum, den Schulstandort um jeden Preis zu erhalten. Aber wir wollen einfach alle Möglichkeiten prüfen», sagt sie. Zum Szenario, dass die Schule dereinst tatsächlich leer steht, macht sie sich derzeit noch nicht zu viele Gedanken. «Die Umnutzung von Schulräumlichkeiten ist schwierig», sagt sie. «Aber diesem Szenario müssen wir ins Auge schauen, falls es dereinst so ist. Das ist derzeit sekundär.»

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