Rheinfelden
Badischer Adelberg unter Schweizer Bau-Regie

Schweizer Architekten gestalten die verbliebene Bauzone am Adelberg in der badischen Nachbarstadt. Ein gutes Beispiel für grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Peter Rombach
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Architekt Ruedi Vogel zeigt auf die Visualisierung des kleineren Hausprojekts am Adelberg. ach

Architekt Ruedi Vogel zeigt auf die Visualisierung des kleineren Hausprojekts am Adelberg. ach

Die Energiedienst AG zieht sich von ihrem Stammsitz an der Rheinbrückstrasse zurück. In der Nachbarschaft am westlichen Adelberg gehörte ihr noch ein zusätzliches Gelände, doch zwischenzeitlich wurde das Areal an eine Schweizer Investorengruppe um den Architekten Ruedi Vogel verkauft. «Die Verträge sind unterzeichnet, der Eigentumsübergang ist per 1. Juli 2012 fixiert», sagt Ruedi Vogel im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung.

Vogel will mit der neu gegründeten Adelberg GmbH das rund 30-Millionen-Euro-Projekt realisieren und findet auch volle Unterstützung von Oberbürgermeister und dem Gemeinderat im badischen Rheinfelden (az vom 4. Dezember 2010), der vor wenigen Tagen auch entschieden hatte, den erforderlichen Bebauungsplan voranzutreiben und für die Neugestaltung der Rheinbrückstrasse einen Wettbewerb auszuschreiben.

Abriss unter Regie des Investors

Weil die Vogel-Gruppe das gesamte Areal übernommen hat, fällt dann auch der Abriss des Gebäudes der ehemaligen ED-Hauptverwaltung in die Regie des Investors. Das gleiche Schicksal ist für die einst erste Apotheke im badischen Rheinfelden vorgesehen, weil sie kürzlich vom Denkmalschutz nicht als erhaltenswert gesehen wurde. Die Sozialdemokraten beantragten zwar, die ehemalige Leibinger-Apotheke zu erhalten. Aus Vogels Sicht ist der Abriss notwendig, um die Gestaltung des Areals und die Erneuerung der Rheinbrückstrasse optimal realisieren zu können. Die unter Denkmalschutz stehende ED-Villa beim alten Zoll bleibt in jedem Fall erhalten, gehört zum städtebaulichen Vogel-Konzept. Eine eine öffentliche Nutzung durch die Volkshochschule, Musikschule oder andere kulturelle oder soziale Einrichtungen könne er sich gut vorstellen, meint Ruedi Vogel. Allerdings sei noch nichts entschieden.

Möglich wird alles durch den Rückzug der Energiedienst AG aus der Rheinbrückstrasse, denn derzeit baut sie im Gewerbegebiet Schildgasse einen neuen Bürokomplex für 250 Mitarbeitende, der Ende nächsten Jahres vollendet sein soll. Das alte Verwaltungsgebäude fällt dann der Abrissbirne zum Opfer. Erhalten bleibt allerdings die denkmalgeschützte Villa.

«Grosse Chance»

Oberbürgermeister Eberhard Niethammer sieht den Bebauungsplan Adelberg als «grosse Chance», einen attraktiven Bereich neu zu gestalten. «Diese Möglichkeit sollten wir wahrnehmen.» Architekt Vogel erwartet, noch Ende diesen Jahres die Baubewilligung zu bekommen.

Das Konzept sieht vor, zwei Neubau-Komplexe mit 62 Wohneinheiten und 200 Tiefgaragen-Plätzen zu errichten. Vorgesehen sind ferner 1800 Quadratmeter neue Bereiche für Serviceleistungen, also Büros oder Praxen, Notrufsystem oder Mahlzeitendienst. Vogel geht momentan von einer zweijährigen Bauzeit für den Adelberg aus.