Frick

Bäckerei Kunz kommt in neue Hände — die weitherum bekannte Marke lebt weiter

Michael Bracher übernimmt von Madeleine und Markus Kunz die Kunz AG.

Michael Bracher übernimmt von Madeleine und Markus Kunz die Kunz AG.

Michael Bracher übernimmt per 1. Januar 2020 die Kunz AG in Frick – Markus Kunz eröffnet im nächsten Jahr in Herznach seine Konfi Manufaktur.

Die Bäckerei Kunz in Frick mit ihren Filialen in Eiken, Gipf-Oberfrick und Stein kommt in neue Hände: Per 1. Januar 2020 übernimmt Michael Bracher das Unternehmen mit seinen 82 Mitarbeitenden von Markus und Madeleine Kunz.

Diese haben den Familienbetrieb, der 2018 sein 50-Jahr-Jubiläum feierte, 1987 übernommen und haben es verstanden, das Unternehmen trotz härter werdendem Umfeld erfolgreich am Markt zu positionieren. Mit seinen Konfitüren und seinen Premium-Produkten hat sich Kunz einen Namen weit über die Region hinaus gemacht.

Es seien spannende und gute Jahre gewesen, erzählt Kunz. Nach 33 Jahren erfolgreicher Geschäftsleitung sei es nun aber an der Zeit, das Geschäft in «junge, innovative Hände» zu geben. Bis es so weit war, bis er das Geschäft übergeben kann, dauerte es allerdings sechs Jahre. «Eine Nachfolgeplanung ist anspruchsvoll und nimmt zwischen fünf und sieben Jahren in Anspruch», weiss der 63-Jährige.

Natürlich hätte es schnellere Lösungen gegeben. Aber dann wäre die Marke vermutlich in einer anderen aufgegangen oder die Qualität hätten gelitten. «Und beides wollten wir nicht.» Kunz war Dreierlei bei der Suche nach einem Nachfolger wichtig: Erstens, dass die Qualität im Premiumbereich bleibt. Zweitens, dass die Mitarbeitenden übernommen und die Filialen bestehen bleiben. Drittens, dass die weitherum bekannte Marke «Kunz» auch nach dem Ausscheiden von ihm und seiner Frau weiterlebt.

Markus Kunz lebt seine Konfitüren-Passion weiter

Diese Lösung hat er in Michael Bracher gefunden, der seit März im Betrieb mitarbeitet und ab 2020 die Geschäftsleitung übernimmt. Bracher, 37, wohnt in Küttigen und ist studierter Lebensmittelingenieur. Er will das Unternehmen im Sinne von Kunz weiterführen und weiterentwickeln; am Erfolgsrezept will er nichts ändern.

Das Ziel von Bracher ist es, dass die Qualität der Produkte ebenso wie die Zufriedenheit der Kunden gleich bleiben. Das ist auch der Wunsch von Markus Kunz. «Der Gast an der Front soll nicht merken, dass in der Geschäftsleitung und auf Inhaberseite ein Wechsel stattgefunden hat.»

Wer Markus Kunz kennt, weiss: Ohne seine Konfitüren gibt es ihn nicht. Sie sind seine grosse Passion – und werden es bleiben: Ab Frühjahr 2020 wird er in Lokal der ehemaligen Post in Herznach seine Konfi Manufaktur betreiben und von dort aus Hotels wie das «Les Trois Rois» in Basel oder das «The Dolder Grand» in Zürich sowie Confiserien wie Sprüngli in Zürich beliefern.

«Für mich ist das eine optimale Lösung», freut sich Kunz, der zwei Mitarbeitende nach mitnehmen wird. So könne er seinem grossen Hobby weiterfrönen.

Ein Geburtstag brachte die neue Lokalität

Für Kunz war dabei von Anfang an klar, dass er die Konfi Manufaktur auslagern und nicht am jetzigen Standort, im Gebäude der Bäckerei, weiterbetreiben wird. «Sonst wäre der alte Chef immer noch täglich im Haus und das wäre für den Nachfolger nicht gut.» So gebe es eine saubere Trennung.

Kunz suchte denn auch schon eine Zeit lang nach einer geeigneten Lokalität für seine Konfi Manufaktur. Am liebsten wäre er in Frick geblieben, aber hier fand er an zentraler Lage nichts Passendes.

Dann spielte der Zufall – oder besser die Familie mit: An einem Geburtstagsgespräch erwähnte er, dass er eine Lokalität suche – und Regula Kläusler, Verwaltungsratspräsidentin der Gnossi AG Herznach, wies ihn auf das leer stehende Lokal hin. Gemeinsam entwickelte man ein Konzept, das auch der Dorfbevölkerung zugute kommen soll.

Geschäftsübergabe hat auch ein befreiendes Moment

Nun geht es für Madeleine und Markus Kunz in den nächsten Monaten darum, das mit viel Herzblut betriebene Geschäft loszulassen. Kein einfacher Prozess, weiss Kunz, aber auch ein gutes Gefühl, denn es gehe ja in seinem Sinne weiter.

Die Übergabe des Geschäfts hat für ihn auch ein befreiendes Moment, denn für gut 80 Mitarbeitende und deren Löhne verantwortlich zu sein, sei auch eine Belastung. «So hat man in den Ferien oder der Freizeit das Geschäft immer irgendwie dabei.» Künftig gehört die Freizeit ganz ihnen – und den beiden Grosskindern.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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