Wallbach

Bau-Unternehmer Birchmeier: «Die Region hat grosses Wachstumspotenzial»

Markus Birchmeier ist mit seiner Bau-Unternehmensgruppe verstärkt im Fricktal präsent. In Wallbach hat er in den letzten drei Jahren, zwei Firmen übernommen.

2015 machte Markus Birchmeier mit seiner gleichnamigen Bau-Unternehmensgruppe mit dem Hauptsitz in Döttingen den Schritt ins Fricktal. In Wallbach übernahm er die Gebr. Kaufmann AG mit ihren gut 20 Mitarbeitern. «Im vergangenen Jahr haben wir dann die Strategie festgelegt, dass wir im Fricktal weiter wachsen wollen», sagt Birchmeier.

Gründe für die Expansion ins Fricktal gibt es mehrere. In Sachen Bau gehe im Fricktal und im Baselbiet «die Post ab», so Birchmeier. Die Region habe ein grosses Wachstumspotenzial und auch die Stadt Basel sei ein «attraktiver, aber herausfordernder Markt». Zudem sei es die Strategie gewesen, sich geografisch zu verteilen, um gewappnet zu sein, falls in einer Region weniger gebaut werden sollte. Und: «Aufgrund meiner Vergangenheit als Schwinger habe ich im Fricktal ein besseres Beziehungsnetz als beispielsweise in der Region Zürich.»

Unterschiedliche Vorzeichen

Ende 2018 folgte dann tatsächlich der nächste Wachstumsschritt im Fricktal: Die Birchmeier Bau AG übernahm – wiederum in Wallbach – einen Grossteil der Obrist Bauunternehmung AG. «Die beiden Übernahmen waren sehr unterschiedlich», blickt Markus Birchmeier zurück. Die erste war über gute persönliche Kontakte zur Inhaberfamilie lange aufgegleist. «Die Inhaber haben mir frühzeitig signalisiert, dass sie im Rahmen der Nachfolgeregelung ihr Unternehmen verkaufen möchten.» Er habe das Traditionsunternehmen schliesslich mit allen Mitarbeitern übernommen. «Es sind nach der Übernahme auch alle geblieben. Und sie haben sogar noch Kollegen angeworben.»

Der Kontakt mit der Obrist Bauunternehmung AG dagegen sei relativ kurzfristig im letzten Quartal 2018 und «aus dem Nichts» entstanden. «Ich wurde vom Inhaber angefragt, ob ich die Firma übernehmen wolle.» Anfänglich habe er eher zurückhaltend auf die Anfrage reagiert, so Markus Birchmeier. Schliesslich ging es diesmal um eine Firma mit rund 100 Angestellten. «Es galt, die Chancen und Risiken gut abzuwägen», so Birchmeier.

Letztlich übernahm er die vorhandenen Wirtschaftsgüter und bot rund drei Vierteln der Mitarbeiter eine Stelle bei der Birchmeier Bau AG an. «Wir haben jene Mitarbeiter übernommen, deren Projekte und Baustellen wir übernommen haben», so Birchmeier. «Darunter waren auch einige Mitarbeiter, die kurz vor der Pension stehen.» Für diejenigen, die bei der Birchmeier-Gruppe keinen Anschlussvertrag erhielten, habe sich der Vorbesitzer «intensiv eingesetzt», so Birchmeier. Seines Wissens haben alle wieder eine Anstellung gefunden.

Am Tag der Bekanntgabe der Übernahme war Birchmeier mit dem Vorbesitzer in Wallbach vor Ort. Es sei sehr emotional gewesen, schildert er. «Die Mitarbeiter der Obrist Bauunternehmung AG waren überrascht und auch enttäuscht, dass der Traditionsbetrieb verschwindet.» Doch es hätten sich auch bereits erste gute Gespräche entwickelt. «Ich spürte bei unseren neuen Mitarbeitern einen grossen Berufsstolz und eine hohe Motivation.»

Der Prozess der Zusammenführung der beiden Wallbacher Firmen und die Integration in die Unternehmensgruppe sei noch nicht vollständig abgeschlossen, sagt Markus Birchmeier. «Aber wir sind auf gutem Weg.» Es sei bereits gelungen die Mitarbeiter zu «verbrüdern, zusammenzuschweissen und für die gemeinsame Zukunft zu begeistern.» Wichtig sei ihm persönlich gewesen, den Teamgedanken und den Spirit des Familienunternehmens Birchmeier ins Zentrum zu stellen und den neuen Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen.

Auch mit der Auftragslage ist der Geschäftsführer zufrieden. «Wir profitieren dabei sicherlich vom guten Namen und dem Kundenstamm, den die beiden Wallbacher Firmen in der Region hatten.» Dennoch seien gerade die Kadermitarbeiter in der Akquise von Aufträgen stark gefordert gewesen.

Ziel-Grösse erreicht

Mit der Übernahme der Obrist Bauunternehmung AG habe man nun «die Grösse erreicht, die wir uns zum Ziel gesetzt haben», so Birchmeier. Die Unternehmensgruppe – dazu gehören auch Kieswerke, Deponien und Tochterfirmen im Bereich Spezialtiefbau und Baumanagement – beschäftigt derzeit rund 550 Mitarbeiter. «So kommen wir auch an Grossprojekte heran, die viel Know-how und Inventar benötigen.»

Trotz der Wachstumsstrategie der letzten Jahre widerspricht Birchmeier dem Vorwurf, dass es in der Baubranche nur noch Platz für grosse Player habe. «Eine eigentliche kritische Grösse gibt es nicht», sagt er. «Man kann auch als Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitern Geld verdienen.» Wichtig sei, dass man eine klare Strategie habe, seine Stärken und Schwächen kenne und seine Prozesse im Griff habe.

Bei der Birchmeier-Gruppe sind derzeit keine grossen Wachstumsschritte geplant. «Nun geht es darum, zu konsolidieren sowie die internen Abläufe weiter zu optimieren. Wachsen wollen wir vor allem noch dort, wo wir gute Margen erzielen können.»

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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