Frick

Baugesuch eingereicht: 83 Wohncontainer für Asylsuchende im ehemaligen A3-Werkhof

Die Profile zeigen, wo der zweigeschossige Infrastrukturpavillon für Familien – sie kommen in die Halle dahinter – aufgestellt wird.

Die Profile zeigen, wo der zweigeschossige Infrastrukturpavillon für Familien – sie kommen in die Halle dahinter – aufgestellt wird.

Im Asyldorf werden bis zu 300 alleinreisende Männer und Familien untergebracht – jetzt liegt das Baugesuch auf. Bis 2017 soll die Unterkunft in Betrieb sein. Sie wird den Kanton für diese Zeit 340'000 Franken kosten.

Im ehemaligen A3-Werkhof in Frick will der Kanton ab Sommer bis zu 300 Asylsuchende unterbringen. Nun ist klar, wie: In den beiden bestehenden Werkhofhallen werden insgesamt 83 Wohncontainer aufgestellt. Die benötigte Infrastruktur – Küchen, Essräume, Duschen, WC-Anlagen, Aufenthaltsräume, Schulzimmer – wird in separaten Containern ausserhalb der Gebäude untergebracht. Das zeigt das Baugesuch, das ab heute öffentlich aufliegt. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Baugesuch auf 1,5 Millionen Franken.

Während die Infrastrukturcontainer dem Kanton gehören, muss er die Wohncontainer anmieten. Das wird den Kanton bis Ende 2017 (so lange soll die Unterkunft in Betrieb sein) laut einer Richtofferte rund 340 000 Franken kosten, wie Balz Bruder, Informationschef im Departement Gesundheit und Soziales, auf Anfrage erklärt. In dieser Summe enthalten sind Transport, Montage, Miete für 20 Monate, Demontage und Abtransport.

Die Richtofferte stammt von der Firma Fagsi aus Wikon (LU), einem auf mobile Räume spezialisierten Unternehmen. Bei welcher Firma die Container schliesslich angemietet werden, ist laut Bruder derzeit noch offen. Ursprünglich war geplant, im A3-Werkhof 60 «Shelters for Refugees» aufzustellen; kurz vor Weihnachten zeigte ein Brandtest im Kanton Zürich jedoch, dass die Ikea-Häuser nicht sicher sind.

Im Asyldorf werden sowohl alleinreisende Männer wie auch Familien untergebracht. Ihre Bereiche sind klar getrennt. In die Halle, in der die alleinreisenden Männer untergebracht sind, werden 38 Wohncontainer aufgestellt; in der «Familienhalle» 55 Container. Die Container werden jeweils in zwei Reihen in den langgezogenen Gebäuden aufgestellt.

Jeder Wohncontainer ist neben den nötigen Mobilien mit einem Elektroheizkörper ausgestattet, da die bestehende Ölheizung nicht ausreicht, um die Hallen genügend zu heizen. Auch die Infrastrukturcontainer sollen mit Elektroöfen beheizt werden. Der Kanton hat bei der Gemeinde ein entsprechendes Ausnahmegesuch gestellt.

Fussweg ins Dorf

Die Koch- und Essräume, Waschgelegenheiten, Aufenthaltsräume sowie die sanitären Anlagen sind für Familien und Alleinreisende ebenfalls getrennt und in drei Container-Pavillons untergebracht. Dort stehen den Asylsuchenden je 2 Umkleideräume, 12 Duschen und 10 WC-Anlagen zur Verfügung. Im zweigeschossigen Infrastrukturpavillon für die Familien sind im Obergeschoss zudem die Büros, weitere WCs, ein Schulzimmer für bis zu 20 Kinder sowie ein Spiel- und Schulzimmer untergebracht. Letztere braucht es, da die Kinder im Asyldorf zur Schule gehen und so auf die Einschulung vorbereitet werden.

Noch nicht definitiv gelöst ist der Kanalisationsanschluss. Dem Baugesuch liegt erst eine Projektidee bei. Dies, weil der Zustand und die exakten Dimensionen der vorhandenen Schmutzwasser-Entwässerung aufgrund alter Planunterlagen unklar sind. Eine Kanalisationsprüfung hat der Kanton angeordnet und wird ein Kanalisationsprojekt nachreichen.

Vom Werkhof führt heute kein Fussweg ins Dorf. Der Kanton will deshalb einen rund 1,5 Meter breiten Gehweg entlang der Hauptstrasse Hornussen-Frick errichten. Dieser quert die Strasse Frick-Aarau beim Dino-Kreisel und führt dann beim A3-Center vorbei ins Dorf.

Das Baugesuch liegt bis zum 7. März auf. Eröffnet wird das Asyldorf – je nach Verlauf von Baugesuchs- und Submissionsverfahren – im Juli oder August. Ende 2017 wird das Asyldorf wieder geschlossen; ab 2018 soll dort das kantonale Katastropheneinsatzelement einziehen.

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